Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 3)
- Language
- German
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284 Besprechung. Auch scheinen mir einige der Jastrow’sehen Conjecturen nicht Stand zu halten. Statt מחבי חביים in Larnent. R. introd. R. Joschua 2 liest der Verfasser (S. 418) מחבר חברים, oh zwar die corrigirte Lesart durch die Parallelstellen, welche Mattenoth Kehunna zur Stelle anführt, hinlänglich gesichert, wenn auch nicht aufgehellt erscheint. — חבה in j. Bic. 64 d wird von Jastrow in שיבה urogeändert (S. 416,), ohne dieses Vorgehen durch den Hinweis auf M. katon 28a, wie es Lewy thut, zu rechtfertigen. — טבוסה wird ohne Weiteres in סבכה umgeändert (S. 516). — Dagegen ist es dem Verfasser unbekannt geblieben, dass טימי לרומי (S. 532b oben) schon längst in ט*בי Tyche corrigirt wT0rden ist. —- טירכי in Esth. r. zu 1, 2 streicht der Verfasser (S. 535), gewiss unberechtigt. — Dagegen scheint der Verfasser Recht zu haben, wenn er טרטם in פ־־טרם umändert (S. 552). Wie man jedoch statt טרטין einfach הדיוטין setzen kann (S. 552b), ist mir unbegreiflich. Die Artikel טרטיס und טרים geben viel zu denken: Jastrow’s radicale Correctur wird schwerlich Anklang finden. Dasselbe gilt von טרקוויגום (S. 558), welches der Verfasser in דדוונים corrigirt. Die Etymologie von חאיתא (S. 415) können wir leider nicht anders als abenteuerlich bezeichnen: ״gewölbt“, ״Käse“, ״Sahne“ — gehören diese Begriffe zusammen? Ob ״ חוטםNase“ mit חתם ,,versiegeln“ zusammengestellt werden darf (S. 431), ist mehr als fraglich. ״ ,חצעאSpaten“, lässt der Verfasser von חצי־ stammen (S. 495)! טויווג (S. 522) ist allem Anscheine nach ein persisches Wort und nicht aus טב דג zusammengezogen. Die Wurzeln ״ טוהspinnen“ nnd ״ טואbraten“ S. 523) haben mit einander nichts gemein; eine Verwandtschaft zwischen ihnen herzustellen, ist eitel Spielerei. Ebenso verunglückt ist die Zurüekführung von טרל!םאות (S. 558) auf die Wurzel טרק; das Wort ist gewiss griechisch, obzwar das entsprechende Wort bisher noch nicht gefunden wurde. Dagegen sind recht ansprechend die Erklärungen von חומר S. 436, von חטיבה S. 449 und von טרטין S. 552. Im Allgemeinen muss bemerkt werden, dass der Verfasser mehr behauptet als beweist, äusserst schwierige Dinge werden oft gar zu schnell abgethan. So z. B. ist gar nicht erwiesen, dass ,חירייד (S. 460) — Jidalah sei. Wie bequem es sich der Verfasser macht, zeigt sich besonders bei der Erklärung der griechischen Lehnwörter, denen er ohne Weiteres eine aus dem Contexte errathene Bedeutung zuschreibt, ohne sich weiter um die Etymologie zu kümmern. Darum sind auch die griechischen Lehnwörter fast durchweg verkannt worden. Bei חוגג (S. 430) ignorirt der Verfasser gänzlich, dass der Text selber das Wort für griechisch ausgiebt. חוורבם (S. 430) ist nicht in הרטכא zu ändern, sondern mit Brüll, Jahrb. VII, 66 für acharnes zu halten. חולסית ist nach dem Verfasser ein Denominativum (!) von חול; wozu dann die Bemerkung: Cmp. Gr. SaXog, ösXog? Also scheint der Verfasser seiner Sache doch nicht so sicher zu sein, wie er sich den Anschein giebt. חטיטום, auch חטיטום geschrieben, ist xaxavuol. חילק ist nicht hebräisch, sondern lateinisch: halica. Der Verfasser ist überhaupt mit griechischen und lateinischen Etymologien sehr zurückhaltend, auch dort, wo diese auf der Hand liegen. Dass z. B. זום (S. 387) griechisch ist, beweist schon זומליסטתן, welches auch Jastrow für griechisch hält. Bei den historischen Namen לוטוס Izates ist die Muthmassung (S. 386) Z&tos nicht am Platze. Dieser Name scheint jedoch ebensowenig griechischen Ursprungs zu sein wie זנגבילא, welchem Worte Jastrow höchst irreführend Crpfcßsptc; an die Seite stellt. Dass חקרה und טסברא griechisch (av.pa, -9״qcaopoc) sind, bezweifelt heute kein Mensch mehr.