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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 6 · p. Seite 278

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 6
Article
Johann Peter Spaeth (Moses Germanus), der Proselyt
Date
1895-01-01
Page
Seite 278 (sequence 8)
Language
German
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278 Johann Peter Spaeth (Moses Germanus), der Proselyt. zugehören: ״Cum sponsa dicam: tenui et 110n dimittam“!). Zu seiner Zufriedenheit trug auch wohl ein glückliches Familien־ leben bei. Er hatte sich noch jetzt in vorgerückten Jahren — er war nunmehr ein hoher Fünfziger — mit einer ״sauberen deutschen Jüdin“, wohl einer Frankfurterin, vermählt, welche ihn mit einem Söhnc-hen beschenkte* 2 *). Freilich die Ausgaben wuchsen auch dadurch beträchtlich., und das Einkommen war und blieb ein kärgliches. Materiellen Gewinn hat er von seinem Uebertritte nicht gehabt. Wie er früher Christenkinder unterwiesen hatte, so ertheilte er jetzt jüdischen Knaben Unterricht. Das war wenig einträglich. Die Noth mag auch recht oft an seine Thür geklopft haben; einmal wandte er sich an einen Frankfurter Freund mit der Bitte, ihm mit einem Gulden aus der Verlegenheit zu helfen**). Die Amsterdamer Gemeinde scheint Nichts für den Neophyten gethan zu haben. Dieser ist auch, so sehr er im Allgemeinen die Juden liebt, doch auf die Amsterdamer Judenschaft gar nicht gut zu sprechen. Die Portugiesen, sagt er, sind Staatsjuden, die in der Synagoge immer die goldene Schnupftabaksdose in der Hand haben und keine Andacht spüren lassen, aber — es sind Edelleute; die deutschen Juden dagegen sind wie die Bauern, bei denen Alles confus zu geht4). Sein Verkehr in Amsterdam waren wohl meist jüdische Proselyten. Als der Frankfurter Gymnasiallehrer Klumpf ihn besuchte, traf er den früheren katholischen Priester Jean de Clerc bei ihm, der als Daniel ben Abraham ein begeisterter Jude geworden war und dem Besucher gegenüber seine Ueberzeugung von der dereinstigen Erlösung Israels verfocht5). —■ Sein alter Freund Helmont, mit dem er wieder anzuknüpfen wünschte, wollte, gleich Spener, mit dem Juden nichts zu schaffen haben. Er hielt sich damals in Amsterdam auf, als ihn aber Moses besuchen wollte, liess er ihm sagen, er möchte lieber fortbleiben; zum Juden würde er ihn doch nicht machen 6). Der offene TJebertritt eines auf litterarischem Gebiet nicht unbekannten Mannes zum Judenthuin, der es überdies verstand, seinen Uebertritt durch gelehrte' Schriften zu ver-!) Carolus, mem. eccl., II. 2״ p. 911. 2) Schudt, a. a. 0., I, S. 274; Difenbach, a. a. 0., S. 154. s) Schudt, a. a, 0. 4) Schudt, a. a. 0., 1Y. 1., S. 196. 5) Schudt, a. a. 0., S. 204. 6) Schudt, a. a. 0., IY. 1., S. 200.

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