Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Hebräische Handschriften-Fragmente in der Stadtbibliothek zu Trier
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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266 Hebräische Ha11dschriften־Frag mente zu Trier. A. Fragmente der Machsor-Handschrift M h Dieselben zählen, einschliesslich von 3 nur theilweise erhaltenen, 37 Blätter kl. Fol., 30x22 cm messend. Die Seiten haben durchlaufende Columnen von 21 bis 23 Zeilen. Die Schrift ist schön und verräth eine kundige Hand, wie andererseits von der darauf verwandten Sorgfalt die vielfach angebrachten Verzierungen zeugen. Leider sind die Fragmente dieser Handschrift minder gut erhalten. Abgesehen von den Verletzungen durch die Scheere des Buchbinders und das Messer derer, die unter den hebräischen andre Fragmente suchten 1), haben sie zuletzt auch noch beim Ablösen hie und da gelitten, insofern die Schrift theils auf den Deckeln haften geblieben, theils aber auch beim Anfeuchten verwischt worden ist, so dass manche Steilen jetzt nur schwer oder auch gar nicht mehr lesbar sind. Die Stammgebete sind, bis auf wenige Ausnahmen, ohne Voeale, und da, wo sich solche vorfinden, sind sie offenbar erst nachträglich, wahrscheinlich auch von anderer Hand, hinzugefügt worden2). Beachtenswert!! ist, dass die Vocalisation dieser Stücke eine auffällig häufige, man möchte sagen regelmassige Verwechslung einerseits des Zere mit Segol, andererseits des Ivamez mit Pathach zeigt, ein Beweis, dass diese Voeale damals in der Anssprache nicht unterschieden waren. Die poetischen Stücke dagegen sind durchgängs vocalisirt, was dem Anscheine nach auch hier, wohl aber durch den Schreiber selbst erst nachträglich erfolgt sein dürfte. Die Handschrift hat durchweg die scriptio plena, in dem vocalisirten Text stets das Eaphe, das Mappik immer unter dem n, für Kamez-Chatuf und Chatef-Kamez das gleiche Zeichen T*, und das Kamez selbst ist vom Pathach nur durch einen darunter gesetzten Punkt unterschieden. Was ferner die Form der Buchstaben anlangt, so sieht das א — ausser bei Initialen — stets wie ein י mit darauf folgendem 1 aus, desgl. das צ wfie ein י mit darauf folgendem נ, das ק unserem 1 sehr ähnlich; das 1 der Handschrift dagegen ist vom ד nur durch den etwas kürzeren Querstrich zu unterscheiden und נ.) Auf diese Weise sind aueü manche Fragmente ganz abhanden gekommen, die ehedem an Bücherdeckeln sich befanden, wie der an diesen noch erhaltene Abdruck beweist. 2) Dafür spricht u. A. der Umstand, dass mehrfach das ursprünglieh für Kamez-chat. gesetzte ך nachträglich ausgestrichen und dafür das Zeichen T: gesetzt worden ist.