Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Hebräische Handschriften-Fragmente in der Stadtbibliothek zu Trier
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 2)
- Language
- German
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264 Hebräische Handschriften Fragmente zu Trier. Schon darum allein dürften daher diejenigen!Fragmente besondere Beachtung verdienen, welche jüngst auf gleiche Weise auch in der Trierer Stadtbibliothek aufgefunden worden sind, nicht nur wegen ihrer ungewöhnlich grossen Anzahl, sondern auch weil aus ihnen zugleich stattliche Beste und sehr ansehnliche Bruchtheile mehrerer Handschriften sich zusammen stellen lassen. Bei Weitem mehr noch aber dürften diese Bruchstücke durch ihren eigenen, theilweise bedeutenden Werth ein hohes Interesse für sich in Anspruch nehmen. Für die Trierer Stadtbibliothek insbesondere bedeuten diese Funde einen um so schätzenswertheren Zuwachs, als dieselbe trotz ihres bedeutenden Umfangs und Reich tliums, zumal an kostbaren Mss., bisher auch nicht eine einzige hebräische Handschrift aufzuweisen hatte, wie denn überhaupt die sehr spärlichen und 31icht gerade werthvollen Judaica, die sie besitzt, erst in den letzten Decemrien aus dem Nachlass eines jüdischen Lehrers ihr zugefallen sind. Das Verdienst, zuerst die Aufmerksamkeit auf die Fragmente gelenkt, wie auch sonst ihre Auffindung in hohem Masse gefördert zu haben, gebührt dem Herrn Stadtbibliothekar Dr. Keuffer. Im Sommer 1892 zeigte mir derselbe einen Handschriftenband, an dessen Einbanddeckeln sich 2 hebräische Pergamentblätter befänden. Sie enthielten poetische Stücke aus den Festgebeten für den zweiten Tag des Wochen.festes, sämmtlich von Tobelem. Nach und nach kamen auch noch andere Bände zum Vorschein, die ebenfalls Machsor-Fragmente enthielten. Das besondere Interesse, welches schon diese wenigen Bruchstücke erweckten wegen ihrer, bereits damals von mir vermutheten Zugehörigkeit zu einem französischen Machsor, sowie ferner der Umstand, dass die Bände, an welchen sie sich befanden, aus der Bibliothek zu Clausen an der Mosel herrührten, aus welcher eine bedeutende Anzahl von Handschritten und Incunabeln in die Trierer Stadtbibliothek übergegangen sind, gaben die Anregung, sämmtliche Incunabeln der Bibliothek, sowie die aus Clausen stammenden Mss. auf hebräische Fragmente zu untersuchen. Die Ausbeute war eine unerwartet grosse. Gegen 130 Bände enthielten hebräische Fragmente, an welchen 15 verschiedene Handschriften1), davon mehrere mit mehr oder minder 0 Ausser dem in dieser Monatsschrift (Jahrg. 38, S. 167—176. 214—219.) veröffentlichten Midrasch-Fragment und den Machsor-Fragmenten finden sich noch Fragmente dreier Talm ud handschriften,