Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth und des jüdischen Buchhandels
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 4)
- Language
- German
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Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurtli. 233 Abraham Lazarus Zacharias mit Hilfe seines Schwiegersohnes Isak Jakob Beer, sowie der Generalprivilegirte Moses Heymann vermittelst seines Famulus Feisch (sic!) Kauders1). Namentlich war es A. L. Zacharias, welcher alle Anstrengungen machte, um die Aufhebung oder wenigstens eine Ab- Schwächung der neuen Yerordnung zu erwirken. Er wies in wiederholten Eingaben an den Schlesischen Justiz-Minister von Garnier2) mit Recht daraufhin, wiewohl es an Uebertreibungen und widerwärtigen Phrasen seinerseits nicht fehlt, dass die ganze Sache auf ein Handels-Monopol des Salomon David hinauslaufe, das geeignet sei, ihm zu Reichthum zu verhelfen, während viele andere Familien, oder wie er sich arg übertreibend ausdrückt ״eine ganze Gemeinde“ zu Grunde gehen müsste. Zugleich bittet er, die Aufhebung des Arrestes seiner Bücher, welcher vor zwei Jahren auf Veranlassung des Salomon David erfolgt sei, anordnen zu wollen, und die strittige Angelegenheit auf dem Rechtswege zum Austrage bringen zu lassen. In der That trat der Minister bei der Breslauer Kriegs- und Domänen-Kammer dafür ein, dass der Vollzug ihrer Verfiigung vom 21. Aug. 1773 so lange ausgesetzt werden solle, 1) Diese Auskunft ward auf entsprechende Anfrage der Juden- Commission seitens der beiden damaligen Vorsteher der jüd. Gemeinde zu Breslau, Zacharias Abraham Lazarus und Lippmann Meyer, sowie der drei Gemeinde-Deputirten Samuel Saul, Lippmann Beer und Moses Sina in der am 2. Sept. 1773 zu diesem Zweckeי stattgehabten mündlichen Verhandlung ertheilt. Br. Staats־A.: PA. II 47 a. Der Buchhändler Abrah. Laz. Zacharias dürfte mit dem öfters in den Bresl. Sign.-Büch. erwähnten gleichnamigen privileg. Handels-Juden identisch sein, dessen Ehefrau Händel, Tochter des ehemaligen Kgl. Münz- Lieferanten Elias Laz. Zacharias ein ihrem Vater im J. 1754 abgekauftes Haus am ״alten Graben“ (d. i. goldene Rade-Gasse) besass (Sign.-B. vom J. 1754 f. 503 ff.). Der andere Buchhändler scheint derselbe Moses Heymann zu sein, dessen bei Braun, Schles. Land-Rabb. p. 38 und Gesellscli. d. Brüder zu Bresl. p. 61 als eines sehr bedeutenden Kattun-Fabrikanten Erwähnung geschieht; dieser Kattun-Fabrik wird auch in d. Sign.-B. v. J. 1782 f. 19 gedacht. Es ist wohl auch derselbe Mos. Heymann, welcher seit dem Jahre 1766 ein Haus in der Karls-Gasse za Bresl. besass, sowie Eigenthümer der Silber-Raffinerie vor dem Oder-Thore daselbst, die er 1780 an den privileg. Berliner Handels-Jaden Meyer Itzig verkaufte (Sign.-Bdieses J. 477 b); Dessen im Text genannter Famulus ״Feisch“ ist wohl ein Schreibfehler statt Feibisch. [Keineswegs, vielmehr nur eine andere Form ders. Namens. B. Feisch [b. B. Abr. b. B, Schraga] Kauders war der Schwager des Landrabbiner B. Jes. Loeb Berliner und wild von diesem erwähnt in s. קשות מיושב fol. 10b. Seine Eltern harnen bei der Explosion des Pulverthurmes (21. Jum 1749) um’s Leben. Br.] 2) Gesuche v. 3. Sept. u. 28. Oct. 1773 im Br. Staats-A. 1. c.