Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Thargumim zur Thorahlection am 7. Pesach- und 1. Schabuoth-Tage
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
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198 Die Thargumim zur Thoralection. klärung dieses Yerses ja noch nichts weiss. Zwischen diese beiden Halbyerse aber ist nun von einem sicherlich viel späteren Yerfasser der haggadische Zusatz von den vier Nächten eingefügt worden und zwar in einer viel breiteren und weitschweifigeren Form, als dies im Ps. Jon. geschehen war, und diese längere Form wurde auch von C. P. und M. Y. als Einleitung zu 15, 18 verwendet. Der im Ps. Jon. u. C. Y.5 0. N. und Agg. uns vorliegende Zusatz zu diesem Yerse zeigt uns wiederum, wie diese Zusätze entstanden sind. Den Ausgangspunkt bildet auch hier Ps. Jon., welcher dann in C. V., 0. N. und den Agg. erweitert wird. Denn die Bezeichnung für Gott durch קודשא יהא משבח in Ps. Jon. weist entschieden auf ein höheres Alter, als diejenige durch (C. n. Agg. קודשא בדיך הוא יהא שמיה (רבא מברך לעלמי עלמין in C. Y., C. N. und Agg. Ausserdem sind die Worte והבו יקר ותושבדוא ורוממו לאלההון in ganz überflüssiger Weise aus Ex. 14, 4, resp. Deut. 32, 3 von einem späteren Abschreiber hier eingeschoben. Eine haggadische Erweiterung dieses Thargum haben wir vielleicht auch im Schlüsse des Midrasch Yajoscha. Bezüglich der Uebersetzung des Dekalog, welche, wrie bereits gesagt, im C. Y., G. N. und den Agg. fehlt, haben wir im Ps. Jon. und nach ihm im C. P. und M. Y. zunächst zwei haggadische Zusätze zu besprechen, nämlich den zu Y. 2 und 3 und den zu Y. 13 und 14. Diese beiden haggadischen Zusätze lassen sich nun ebenfalls noch im Midrasch nachweisen, sie finden sich fast wörtlich in ״Jellinek, Betha- Midr.“, Th, I, S. 69, resp. S. 78. Aber auch hier bewahrbeitet sich wiederum die nunmehr schon zu wiederholten Malen gemachte Beobachtung, dass die Recension des Ps. Jon. die älteste ist. Ja, ich möchte sogar glauben, dass hier sogar der Midrasch auf Ps. Jon. zurückzuführen ist: denn es ist meines Erachtens viel eher anzunehmen, dass ein Ausdruck wie הקדוש ברוך הוא יהא שמיה משובח veranlasst worden ist durch קדישא יהי שמיה מברך als umgekehrt der letztere durch den ersteren. C. P. und M. Y. zeigen übrigens noch viel deutlicher ihre Abhängigkeit von Ps. Jon. und Midrasch in dem Ausdruck: קודשא בריך הוא יהא שמיה רבא מברך ומשבח. Für M. Y. ist ferner zu bemerken, dass statt des ersten לפיל der plur. לפידין zu lesen ist nach C. P,, besser ist שלהוביין des Ps. Jon. Die Worte: ומחהפיך בהון bis לפטר müssen nach לוחי קיימא stehen, wie Ps. Jon. und C. P. richtig haben.