Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth und des jüdischen Buchhandels
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 5)
- Language
- German
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Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth. 191 Joseph Sabbatai verwickelt. Der Streit war zwischen ihnen wegen des hebräischen Werkes ״Moginne Erez“1) entbrannt; die vorhandenen 250 Exemplare desselben sollten bis zum gerichtlichen Austrag der Sache auf dem Kathhause deponirt werden. Indessen kam es zwischen den beiden Parteien noch im April desselben Jahres zu einem Vergleiche, kraft dessen .,Joseph Sabathai, Jude von Dyhernfurth“ * 2) gegen Zahlung von 394 Etblr. 22 Sgr. an den ״Elias Sabatke, Jude von Prag“3) das alleinige Besitzrecht auf die beschlagnahmten Exemplare des gedachten Buches erlangte4). Als Buchhändler wird Elias Sabatke noch in der Oonsignation der Breslauer Juden vom Jahre 1744 5) aufgeführt, während in den späteren Personen■־Aufnahmen aus den Jahren 1752 und 1757 seiner nicht mehr gedacht wird. Uebrigens ist er ohne Zweifel mit dem ״Elias Sabathky . . . von Prag“ identisch, welcher 1742 als ״ein Schwindelmacher“ bezeichnet wird 6). Unter dem ״Sabothey“ der oben citirten Oberamts-Verfügung ist der erwähnte Joseph Sabbatai zu verstehen, Sohn bes bekannten Sabbatai Bass oder Bassista, Verfassers des bibliographischen Werkes Sifthe Jeschenim7), dessen Bücher־־ lager sich gleich dem seines Vaters in der Fechtschule befand8). r) מגני אלץ, zu Dyliernfurth wiederholt [im 18 Jahrh. jedoch, so viel ich weiss, nur 1702 und 1743. Br.] gedruckt, auch anderwärts, vgl. Fürst, Bibliofch. jud. III p. 153. 224. 2) Nach seinem früheren Wohnort. 3) Er stammte wahrscheinlich aus Prag. [Nicht wahrscheinlich, sondern sicherlich. Vgl. Hoch, משפחות פראג (ed. Kaufmann), S. 231 ff. Seine Frau יאחידיל, Tochter des JR. Simon לןינשפורג (vgl. Hoch a. a. 0. S. 65), starh 17. April 1733 und liegt in Dyhernf. ־begraben. Br.] 4) Beglaubigte Abschrift des zwischen ihnen getroffenen Abkommens f. 288 des Sign.־B. im Br. Stadt-A. 5) F. 19 a der oben erwähnten Magistr.-Act. 6) Ib. Y01. I f. 185a. Wir begegnen ihm indessen noch 1750, in welchem Jahre sich seine Unterschrift ,,Elias Sabatcky als Curator der Chaje" unter einem Vergleichs*Instrumente findet (Sign.-B. f. 390). Das betreffende Abkommen hatte Letztere, die Wittwe des früheren Schammes Nathan zu Breslau und Tochter des ebendaselbst verstorbenen Lubliner Schammes, Jakob Simon, mit der verwittweten Frau Kittmeister v. Schack geschlossen; 1. 0. f. 389a—390b, u. Magistr.-Act. II 183, f. 60- 64a. 7) Fürst, Bibi, jud. I, p. 93. 8) Soweit seines Buchladens oder seiner Wohnung amtlich Erwähnung geschieht, .wird stets die Fechtschule als Ort seines Geschäftslocals oder Privat-Domicils bezeichnet. So heisst es in der Batiis-Sign.