Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth und des jüdischen Buchhandels
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829668-2829673-2878925--26227-2878980- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
192 Zar Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth. Dasselbe dürfte von nicht unbeträchtlichem Umfange gewesen sein; im Jahre 1752/53 wenigstens repräsentirte es den gewiss nach einer sehr massigen Schätzung angenommenen Werth von 2575 Rthlr. f), eine für die damalige Zeit ganz respectable Geldsumme. Joseph Sabbatai hatte demgemäss über einiges Vermögen zu verfügen, wie er denn auch solches gelegentlich der Consignation vom Jahre 1744 selbst auf 3000 Rthlr. angab 2). Allerdings bildete der Bücherhandel nicht seinen einzigen, wenngleich seinen hauptsächlichsten Erwerbszweig3). Einige Einnahmen mögen ihm auch in seiner Eigenschatt als Eactor der Dyhernfarther Druckerei zugeflossen sein, welche Function er jedoch erst im Laufe der zweiten Hälfte des Jahres 1745 frühestens übernommen haben kann4). - (Fortsetzung folgt.) vom 28. Juni 1719 (f. 149 des Signat.־B.): Joseph Sabbathai, Jude von Prag und . ״ . seines in dem Gasthofe über der Olilau, dio Fechtschule genannt, befindlichen jüdischen Buchladens“. Vgl. ferner die Consign. der Br. Judensch. v. Jahre 1741 (Br. Stadt-A. Magistr.-Act. 16,5 vol. I f. 22 a) v. Jahre 1742 (ib. f. 122a, 175b) v. Jahre 1744 (ib. II f. 25b). 1) Vgl. weiter unten im Text. 2) 1. c. 3) Nach derselben Consign. a. a. 0. handelte er auch mit anderen Dingen; seine Ehefrau betrieb noch ein besonderes Gewerbe, indem sie als ״Juden-Hebamme“ prakticirte. (Consign. v. J. 1742 1. c. f. 173,b.) Sie stammte aus Prag und hatte damals ein Alter von 66 Jahren erreicht (ib.). 1744 lebte sie wohl noch, wenn auch ihr Name, welcher Hanna oder Anna lautete, in der Consignation dieses Jahres nicht ausdrücklich angegeben, sondern nur des Jos. Sabbatai ״Weib“ vermerkt ist; 1752 war sie aber bereits, wie aus der Consign. dieses Jahres (1. c. II f. 80b) zu entnehmen ist, verstorben. [Sie Mess Ghanna b. B. Abraham Elieser aus Prag und starb Donnerstag, 30. Mai 1748. Ihr Grab in Dyhemfurth befindet sich zwischen dem ihres Mannes und dem der Frau des Landrabbiners Benedix Buben Wesel Gumpertz. Vgl. Jahrg. 38, S. 495. Br.] 4) Vermöge des kgl. Pr'ivil. v. 1. Aug. 1744 war, wie bereits erwähnt, dem Inhaber der Dyhernfurther Druckerei die Erlaubniss ertheilt worden, in der Stadt Breslau einen ständigen Pactor zu halten. Im Juli 1745 war von dieser Befugniss jedoch noch kein Gebrauch gemacht (vgl. oben S. 126); wohl aber war dies später der Fall, da Jos. Sabb. sich 1752 als Factor der Dyhernfurther Druckerei bezeichnet (vgl. weiter unten im Text). [Mir scheint vielmehr, dass er in Breslau niemals etwas anderes als Factor der Dyhernfurther Druckerei gewesen ist. Durch des Privil. v. 1. Aug. 1744 wurde nur das bereits längst bestehende Verhältnis bestätigt. Uebrigens trat mit dem Tode seines Schwiegersohnes Berel Nathan (Sonnabend, 30. Januar 1745) ein Wechsel im Besitz der Druckerei ein. Erbin wurde Josephs Tochter, die im Text genannte Esther. Br] Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt.