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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 4 · p. Seite 164

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 4
Article
Die Vertretung der jüdischen Wissenschaft an den Universitäten
Date
1895-01-01
Page
Seite 164 (sequence 20)
Language
German
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164 Die Vertretung der jiid. Wissenschaft an den. Universitäten. welcher mit diesem Fragmente offenbar zam ersten Male, arabische Paläographie betrieb, kein wesentliches Wort seines Textes erkannt.“ Mit dieser bemerkenswerthen Ueb er einstim mung eines unabhängigen Prüflingsergebnisses ־wäre hier zu schliessen, wenn aus den Nachträgen nicht noch neue Anstösse zu beseitigen wären. Das wiederholt auftretende klare und unzweifelhafte אברדדם אלאסוד wird p. 57 nochmals Ibrahim al-Atoud gelesen und wiedergegeben. In den zum Ueberfluss aus נחלת שבעה mit Uebersetzung ausgehobenen .Formeln erscheint p. 59; להוריש ולהשכיר ולהשכין ולהחליף. Die harmlosen Worte sollen aber bedeuten: ״II pourra en chasser les habitants, la donner en louer, permettre qu’on y loue, la troquer“. Woher diese brutale Willkür auf der einen, diese geschwätzige Synonymik auf der anderen Seite in einem gerichtlichen Acte? Wehe über eine Behörde, die solcher autoritativen Uebersetzerei eine jüdische Urkunde ausliefert! Wer Vererben mit Verjagen, Verpfänden mit Yermiethen wiedergiebt, für den müsste ein neues Capitel von Dolmetschen mit Beiwörtern Luther’scher Prägung geschrieben werden. So haben sich diese Documente arabischer und hebräischer Paläographie unversehens zu Documenten darüber verwandelt, was Alles auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft möglich, man möchte sagen: universitätsfähig ist. Mit Schrecken muss man daran denken, was aus der jüdischen Litteratur, wenn nicht zufällig, ohne Verschulden der christlichen Civilisation, die Juden noch auf der Welt wären, unter der Hand solcher Schriftgelehrter und Zeichendeuter an Aberwitz und Unsinnigkeit herausgelesen würde, ohne dass Jemand da wäre, der dawider, und sei er auch nur ein Rufer in der Wüste, Zeugniss ablegte! Ich weiss sehr wohl, dass die Universitäten ihre Namen ursprünglich nur der Gesammtheit der Landsmann- oder Burschenschaften verdanken, die sich auf ihrem Gebiete zusammengefunden hatten, aber dem Ideale, das wir heute mit dem Begriff der Universitas litterarum verbinden, entspricht durchaus die Forderung, dass es zwischen Himmel und Erde keine Frage gebe, über die nicht Ein Mitglied wenigstens dieser Körperschaft spruchbefugt zu urtheilen im Stande wäre. Und nur das Schriftthum und die Geschichte einer Gesammtheit, die alle monotheistischen Religionen dieser Erde aus ihrem Schosse entlassen hat, in deren Boden die heiligsten Begriffe der Menschheit wurzeln und alle Ströme entspringen, die heute noch die Mühlen aller theologischen Facultäten treiben, sollen

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