Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Vertretung der jüdischen Wissenschaft an den Universitäten
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829668-2829673-2878921--26188-2878949- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Vertretung der jüd. Wissenschaft an den Universitäten. 161 heil, Tochter Jakobs. In Worms ist dieser Eingang so,formelhaft י erstarrt, dass zuweilen צור עולמים נשמתה קבל ברחמים לראש gesetzt wird. Wir haben hier ein Beispiel desselben Brauches, den Le Blant für die christlichen Epitaphien festgestellt hat, dass einzelne Wendungen aus den Gebeten für die Seelen der Abgeschiedenen in die Grabschriften übergehen. So hat bereits As coli, Iscrizioni inedite o mal note greche, latine, ebraiche, p. 65, trefflich gesehen, dass die Worte in Nr. 23 (Brindisi) קול נשמע מבשר שלום רצון יראיו עושר. שלום שמעו דבר שלום (י)[ת]נוח נפשו משכבו בשלום ein Stück aus dem z. B. im Romagnaritual und im römischen Machsor überlieferten alten צידוק הדין darstellen. Ich habe die Anfänge mit Punkten versehen, weil sie die vier letzten Buchstaben eines offenbar das ganze Alphabet hindurchgeführten, auf שלום endenden Gebetstückes enthalten, wonach J. Derenbourg, Revue des etudes juives, II, 132 zu ergänzen und zu berichtigen ist. Aber auch eine andere Grabschrift aus Brindisi bei Ascoli Nr. 24, die aus dem Jahre 832 stammende der Lea, Tochter des Eutychos (יפה מול), enthält mit kleinen Varianten ein Stück desselben Grabgebetes in den Worten: שומרי גינוי גן עדן פיתחו לה שערי גן עדן ותבוא לאה לגן עדן פתחו לה שערי גן עדן מחמדים בימינה וממתקים בשמאלה ואת תענה ותאמר לה זה דודי ווה ריעי. Um jedoch nach Mainz zurückzukehren, so erwartet uns am Schlüsse von No. IY ein neues Räthseh פרה heisst der Unhold, der unserem sonst Alles übersetzenden Epigraphiker den Stossseufzer abringt: ״Je ne puis expliquer les trois deriiieres lettres“. Man denke einen römischen Inschriftenforscher, der D. M. nicht ,,deuten“ kann! Aber wo gäbe es einen Yergleich mit dem, was auf dem Gebiete jüdischen Wissens Alles möglich ist. אמן ואמן — es war richtig nach dem Steine אמן וא zu schreiben — schliesst der Stein, und ein Bibelkliniker und Operateur des A־ T. fällt nicht selber ein mit der Erj gänzung: Sela. Aber was sage ich, Ergänzung! Gross und j breit mit dem gabeligen Geweih des ל die obere Zeile spiessend, Monatsschrift. 39. Jahrgang. 1-1