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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 4 · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 4
Article
Die Vertretung der jüdischen Wissenschaft an den Universitäten
Date
1895-01-01
Page
Seite 159 (sequence 15)
Language
German
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Die Vertretung der jüd. Wissenschaft an den Universitäten. 159 Der ״ — אב בית ליןsupreme jugea — würde nicht an dritter Stelle gezeichnet haben, von den graphischen Gründen, die gegen diese Lesung sprechen, ganz abgesehen. Die Tafeln IY und V" enthalten die Photographieen von zehn Wormser und sechs Mainzer Grabsteinen, die der Natur der Sache nach nicht alle gleichmässig deutlich ausgefallen sind. Mit freudiger Anerkennung folgt man eine Weile den tadellosen Lesungen, aber nur zu bald erfolgen auch hier die Stösse, die das kaum wieder erwachte Yertrauen in’s Wanken bringen. Ungern bemerkt man an der Schwelle schon von No. I, p. 44 הבחור durch l’excellent wiedergegeben; es bedeutet gewohnlich der Jüngling, wie auch das zum Gegenbeweis herangezogene הבחורה stets in Verbindung mit מרת die Jungfrau bezeichnet. Aber erst No. YII bringt den eigentlichen Pallstrick. ביום מרגיע wird p. 46 als ״jour, qui donnait le repostc übersetzt; ״tel,t( heisst es dann in n. 1, ,,me semble etre le sens du mot מרגיע; du moins je ne vois aucune autre maniere de rexpliquer.“ Klar und deutlich, wie nicht anders zu erwarten war, trägt der Stein die Worte: ביום מרגוע, am Ruhetage, die bekannte solenne Bezeichnung für den Sabbath, an dem Hanna, die Tochter des Mose, in Worms verstarb. Zu No. IY, IX und XII fehlt der Lichtdruck. Der Name מגפזין erscheint daher als uncontrolirbar noch verdächtig und Zweifelliaft. Vollends unglaublich erscheint aber in No. 12 מרת ״ ,בת אפילהla Dame Batli Apila (?)“ oder, wie einleitend bemerkt wird, ״Martha Bath Theophile ou Bath Eppele, diminutif de Apfel (pomme)?u Man kann es sich ersparen, diesem erheiternden Grabstein durch die Vermuthung zu Hilfe zu kommen, dass er das Grab einer בונאפילא Buonafiglia oder Bonafila (Bonnefille; vgl. Bonfils) decke, denn es steht auf dem Epitaph wirklich also. Ich habe absichtlich die Erwähnung von Dr. L. Lewysohn’s 1855 bereits erschienenen sechzig Wormser Epitaphien נפשות צדיקים für diese Nummer verspart, weil hier in No. 53 längst der Schutz gegen so belustigende Vermuthungen zu holen war. Hier wäre aber auch für denselben Stein zu lernen gewesen, dass ״ יבת מה חד כהןfille du Sieur et Maitre Rabbi Cohen“ auf einem jüdischen Epitaph eine haare Unmöglichkeit ist und dass einfach בת מר דוד כהן zu lesen war. Aber ich frage, oh wohl eine christliche Inschrift der Rheinlande als neu und unbekannt veröffentlicht werden würde, ohne bei P. X. Kraus sie aufgesucht zu haben, oder oh ein christlicher Sarkophag aus Gallien beschrieben ־werden dürfte, ohne Le Blaut zu Rathe gezogen zu haben? Nur jüdischer Fleiss darf ungestraft

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