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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 4 · p. Seite 150

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 4
Article
Die Vertretung der jüdischen Wissenschaft an den Universitäten
Date
1895-01-01
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 Die Vertretung der jüd. Wissenschaft an den Universitäten. nachschreibt! Aber hier fällt zunächst auf, ־warum das räthselhafte וי־אכ״ז in der Uebersetzung völlig unberücksichtigt und der rathsuchende Leser ohne Aufklärung darüber geblieben ist. Zunz, zur Geschichte, 360 f. hätte aber ausgiebig darüber belehren können, dass hier einfach die alte Segensformel Ps. 25, 13, abgekürzt נבתוי׳יא, nach dem Vaternanien erscheint. נין, das dann übrig bleibt, bedeutet bekanntlich den Enkel oder Urenkel. Schemaja b. Abraham nennt sich also in seiner Unterschrift den, wie ich annehme, Urenkel des Gaons Schemaja. Mit dieser ständigen Bezeichnung, seinem Adelsprädicat, erscheint er aber auch sonst in den Urkunden, wie z. B. bereits aus dem Führer durch die Ausstellung: Papyrus Erzherzog Rainer, p. 266, No. 1242 zu lernen war. Da wir aber hier vorläufig nur an den Gaon Schemarja b. Elchanan, den Begründer des Talmud Studiums in Aegypten, einen der vier von dem arabischen Admiral Ibn Romains um 960 gefangen genommenen Schulhäupter von Pumbeditha, denken können, so habe ich mit D. EL Müller daselbst die Yermuthung ausgesprochen, dass die Ueberlieferung dieses Namens eine irrthümliche, wie er denn in einer Handschrift von Abraham Ibn Daud’s Bericht gar zu Simclia geworden ist (Mediaeval Jewish Chronicle, ed. Neubauer, p. 68 n. 5), und der Gaon am Ende Schemaja geheissen haben dürfte 1). Der zweite Beisitzer zeichnet angeblich: יצחק ב״ר שמואל הספרדי ובל חהע חב. Er ist in der Uebersetzung um alle diese Anhängsel gekommen und heisst einfach p. 23: ״Isac ben Rabbi Samouel ha-s-Sefardi“. Ein Blick auf die Photographie lehrt aber, Dank der Sonne, die Alles sieht und unter allen Palaögraphen das beste Auge hat, dass statt ב״ר deutlich ביר zu lesen ist, ein werthvolles Zeugniss für die alte Form von בר, aus der sich auch das bekannte ביריבי erklärt. Vollends falsch gelesen und falsch beurtheilt und falsch punctirt ist aber die Eulogie nach dem Vaternamen, die einfach lautet: 51 לח הע הב, in der die Punkte vier Worte abgrenzen und abkürzen, die ich überhaupt erst zu erklären Anstand nehmen würde, wenn sie nicht im zweiten Act, will sagen: in der zweiten Urkunde, noch ein Rolle spielten. p Vgl. jedoch Harkavy, Studien und Mittheilungen, IV, 342 und 398. Neuhauer, Jewish Quarterle.y Beview, VI, 223 und S. I. Halberstam, ib. 59ö. Ich nehme jetzt darum lieber an, dass Schemaja ein Gaon Aegyptens gewesen sein wird, den uns neue Urkundenfunde noch kennen lehren dürften.

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