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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 4 · p. Seite 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 4
Article
Die Vertretung der jüdischen Wissenschaft an den Universitäten
Date
1895-01-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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Die Vertretung der jiid. Wissenschaft an den Universitäten. 149 Dunkelheit verdrängt worden, In der gaonäischen Kanzlei ist das Wort zur Benennung dieser Urkundengattung verwendet worden. In der Urkundenlehre des Gaon E. Haja b. David bildet sie die vierte Kategorie und heisst: שטר אבי ואריה — אבי זריה. Ja, ich habe ihm quittirt heisst hier: לשויתיה אבי ואד. Auch absolut wird, das Wort gebraucht. So heisst es in den Eechtsgutachten der Gaonen, ed. Harkavy, p. 167, Z. 4: דכתיב הכין בוביני ואבי ואריה!) (in Verkäufen und Quittungen). Ohne mich hier über den, wie ich meine, persischen Ursprung des Wortes verbreiten zu wollen, steht es also fest, dass wir in dieser Urkunde das erste Muster einer solchen General־Abfindung gewonnen haben. Trägt die Urkunde irgend einen Kanzleivermerk? Bei der ausserordentlich peniblen Sorgfalt des jüdischen Urkundenwesens muss nämlich die geringste Streichung, Hinzufügung, Rasur und Verbesserung in der Gerichtsclausei am Ende genau vermerkt werden. In der That sehen wir p. 19, Z. 40 das Wort לתנאי über der Zeile hinzugeschrieben. Das musste dann am Schlüsse erwähnt werden, was mit der übliehen Formel geschieht: שריר וקים תלי ביני שיטי ותנאי וקיים. Daraus wird aber in der Uebersetzung p. 23, so unglaublich es klingen mag: ״Certain et ferme ces mots sont Berits entre les lignes (obzwar der Augenschein dawider zeugt) convenu et durabie“. In welcher Sprache wohl לתנאי convenu bedeutet? Wichtig ist es vor Allem, auch den rabbinischen Gerichtshof festzustellen, der hier urkundet. Der Karne des ersten Beisitzers wird p. 19 folgendermassen reproducirt: אברהם בר שמעיה החבר נכת ויאנין שמעיה גאלן נע Die Uebersetzung p. 23 umschreibt dies: ״Abraham b. Rabbi Schenfiaya, le Khaber, — cjue son ame demeure dans le bonheur — Schemfaya Gaon, quil trouve son repos dans le paradis“. Die Anmerkung 1 erklärt: ״Ceci semble une addition au 110m de Schenkaya, Scrite par Abraham lui meine, qui ne lui avait pas donne son titre honorifique de Gaon“. Welch eine Gemiithlichkeit muss in einem Urkundenwesen geherrscht haben, in dem ein Gerichtsbeisitzer einfach vergessene Complimente 0 P. 9, No. 20 wird dafür שטר פיצוי gebraucht 1b. 166, Z. 10 v. u. heisst es :לא השטר מכר ולא השטר מתנה ולא השטר אהיזאריה י. Ib. p. 186=314 findet sich als Quittungsformel: פיציתיה והיררתיה ושי־פתי־ה ודליתיה וויביתיה בכל פנים.שלזכות ועשיתיה זכה ומצולה מהל צד ומכל פעה ואין עליה לאדם העולם מחמתי לא דין ולא דהרים לא תרעומת לא תלונה לא געגוע לא לזות לא שום מידי מהל אנפא העלמא.

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