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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 4 · p. Seite 147

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 4
Article
Die Vertretung der jüdischen Wissenschaft an den Universitäten
Date
1895-01-01
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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Die ■Vertretung der jüd. Wissenschaft an den Universitäten. 14? ihrer Felder za bieten geeignet ist, so schmerzlich ist auf der anderen Seite die Wahrnehmung, dass der Liebe Mühe vergeblich ist, dass diese hingebungsvolle Arbeit gewissermassen mit Ausschluss der Qeäentlichkeit geschieht, und die Universitas litterarum für diese ihre vollberechtigte Pflanzung nicht schützendes Obdach, sondern nur erdrückenden und ertödtenden Schalten hat. Während sonst auf allen Gebieten die Kenntniss der Vorarbeiten zum unerlässlichen und selbstverständlichen Rüstzeug der Forschung gehört, herrscht bei Fragen, die Judenthum und jüdisches Schriftthum betreffen, Voraussetzungslosigkeit. Hier beginnt mit jedem Professor die Welt von Neuem; in diesem unwegsamen Dickicht giebt es keine Vorgänger; die Arbeit der Jahrtausende, die ein ganzes Volk für seine Litteratur in beispielloser Hingebung geleistet hat, wird in den Wind geschlagen; als käme es nur darauf an, dass Jeder sich da auf eigene Faust lächerlich mache und die Aera der Unwissenheit stets von Neuem, gezählt werde. Sonst verschmäht man es nicht, zu den Beduinen in die Wüste, oder an den Ganges, zu den Parsis und zu den weltverlorenen Brahminen zu pilgern, um für entlegene Wissensgebiete sich Aufklärung zu holen, aber den nächsten Hebräer um Aufschluss über die von ihm immer noch einzig und allein beherrschte rabbinische Litteratur zu befragen, fällt den Meistern vom Stuhl, die über solche Fragen sich zu offenbaren Vorhaben, in neuerer Zeit noch immer nicht ein. Einst hat hier grössere Selbsterkenntnis und Bescheidenheit gewaltet. Von den Kirchenvätern und ihren Hausjuden, von den Cardinälen und Lehrern der Renaissance und ihren jüdischen Freunden zu schweigen, wie hat sich noch Buxtorf der Aeltere um einen jüdischen Lehrer bemüht, und wie be- Hissen ist ein Mann wie Wagen seil, wie heute noch sein Brief- Wechsel beweist, all den jüdischen Männlein und Weiblein nachgegangen, von denen ex sich einen Funken von Belehrung in jüdischen Dingen versprach! Doch es ist Zeit, nach Fostat zurückzukehren und nach den Urkunden zu sehen, an denen die hebräische Paläographie sich erbauen soll. Denn hier wird sich uns ein Symptom dieser immer schädigender auftretenden Selbstherrlickeit gegen die Arbeit der jüdischen Wissenschaft offenbaren, wie es deutlicher seit langer Zeit nicht zu Tage gekommen ist, eine Strafe und ein Selbstgericht für jene immer offener und rücksichtsloser geübte Vernachlässigung, der Einhalt geschehen muss, wenn nicht ein Gelächter von Berseba bis Dan den Beiträgen solcher Forschung entgegengebracht werden soll. Und nur 10*

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