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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 3 · p. Seite 128

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth und des jüdischen Buchhandels
Date
1894-01-01
Page
Seite 128 (sequence 9)
Language
German
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128 Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei iu Dyhernfurth. berief sich, auf den ״Juden Esaias Löbel *)cc, von welchem er die ihm beschlagnahmten Schriften erworben habe. Da nun Letzterer kein Einheimischer war, dessen Ankunft in Breslau auch erst im Laufe einiger Tage erwartet wurde, und man die Befürchtung hegte, der ״Schulhalter4c könnte vor der gerichtliehen Erledigung der Sache aus der Stadt entweichen, ver״ anlasste ihn die Polizei, einen Bürgen für sein Verbleiben am Orte zu stellen1). Binnen Kurzem traf in der That ״der Jude Löbel von Jereslau44 in Breslau ein; er sollte nun ״wegen eingeführter Bücher verhaftet werden, entging jedoch dem ihm drohenden Arreste dadurch, dass der Schammes Samson Boraeh die Bürgschaft übernahm, auf Erfordern für das Erscheinen des Löbel vor dem Magistrat Sorge zu tragen2). Weiteres hören wir nicht in dieser Angelegenheit. 2. Die Streitigkeiten der Buchdrucker-Familie May mit der Grrass-Barth’sehen Officln zu Breslau3). Die Zeit der Uebernahme der Dyhernfurther Druckerei seitens der Familie May oder genauer des Michel Loebel May erfolgte, wie auf Grund der im Kgl. Staats-Archiv zu Breslau befindlichen Acten4) mit Sicherheit festgestellt worden kann, zu Ende des Jahres 1774 bezw. zu Anfang 1775 5). Vorher schon hatte derselbe enge Beziehungen zu der Dyhernfurther Druckerei, indem er als Factor derselben einem Buchladma zu Breslau Vorstand6). Der Inhaber der Dyhernfurther Oificin *J Es bann keinem Zweifel unterliegen, dass der ״Jude Esaias Löbel“ kein Anderer als der berühmte JR. Jesaias Löh Berliner, der nachmalige Landrabbiner, gewesen ist. (S. meine Gesch. d. Landrabb. in Schlesien, S. 47 ff.) Wir erfahren hier durch, dass er bereits 1747, also etwa in seinem 23. Lebensjahre, zeitweise in Breslau verkehrt hat. Br. 0 Polizei-Bericht an den Br. Magistrat v. 28. Dec. 1747> ib. f. 17. 2) Raths־ Signatur v. 2. Jan. 1748, cf. Sign. B. im Br. Stadt-A. f. 217b. Ueber die Schammesse zu Breslau, vgl. M. Brann: Schles. Landrabb. S. 9. 3) Die Darstellung dieses Capitels beruht, soweit nicht eine andere Quelle genannt ist, auf den im Bresl. Stadt-Archiv befindlichen Magistrats- Acten 9, 809. Kurz berührt sind die Zwistigkeiten von Brann iu dem von ihm herausg. Jahrbuch f. 1892, S. 76. ף PA. II 47 a. 5) Der hierüber seitens des ״Michael Loebel1‘ mit der Dyhernf. Grundherrsehaft geschlossene Contract datiit v. 22. Dec. 1774 resp. 16. Jan. 1775, die Bestätigung desselben durch die Regierung erfolgte unterm 2. Juli 1781. Br. Staats־A. 1. c. 6) In einem Bresl. Polizei-Bericht v. 4. Juli 1774 wird unter Andern erwähnt; ״Michel Loebel, tolerirter Factor der Dyhernfurther Buch-

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