Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth und des jüdischen Buchhandels
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 5)
- Language
- German
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124 Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth. solche, welche von dem Dyhernfurther jüdischen Buchdrucker gar nicht aufgelegt würden. Hierauf erliess das Oberamt unter dem 14. August 1730 eine Verfügung an das Glogauische Amt, welchem dieselbe jedoch erst am 11. September zugestellt ward, dem Mendel Borach die confiscirten Bücher herauszugeben, falls der von ihm dargelegte Sachverhalt der Wahrheit entspreche, und insbesondere ״diese Bücher nicht etwa vor die hiesige Breslauische jüdische Buchführer Sabothey und Sabattke44 bestimmt seien. Seine Angaben werden wohl sämmtlich als vollständig wahrheitsgemäss befunden worden sein; denn am 15. September wurde ihm seitens des Glogauer Amtes das oberamtliche ßescript, ״die ihm dahier verarrestirte jüdische Bücher ab folgen zu lassen, zur Nachricht bedeutet,44 Bereits am 8. Juni des folgenden Jahres wurde seitens desselben Glogauer Amtes einem Juden, Namens IsraelBenjamin, welcher seiner Angabe nach zu Breslau vor dem Oderthor wohnhaft war, ein hebräisches Werk, von dem er 150 Exemplare mit sich führte, um sie in Glogau zu verkaufen, abgenommen und vorläufig bis zur Entscheidung des Kgl. Oberamts in Breslau zurückbehalten. IJm so mehr glaubte sich das Glogauer Amt, wie es in dem Berichte an das Oberamt vom 9. Juni 1731 heisst, zu einem derartigen Vorgehen verpflichtet, als das Werk, 1730 zu Wilmersdorf, also auswärts, gedruckt, für den Verkauf im Inland bestimmt sei. Es erscheine daher um so gebotener, dasselbe nicht nur mit Rücksicht auf den oberamtlichen Erlass vom 6. Februar 1730, sondern auch daraufhin einer gründlichen Prüfung unterziehen zu lassen, ״ob solche (seil Exemplaria) etwan wider die katholische Religion mit Lästerungen angefüllet sein dürften.“ Zu diesem Zwecke wurde dem Referate ein Exemplar der gedachten Schrift beigelegt, von welcher mit Berufung auf das seitens des Glogauer Schammes Caro*) abgegebene Gutachten gesagt wird: ״Dieses Bach ist eine Erklärung auf unterschiedliche Gespräche aus dem Talmud. Der Autor ist Namens Israel Benjamin, ein Rabbiner aus Polen, und ist gedrucket worden in Wilhermersdorf. ... im Jahr 1730“*). 0 Das ist ohne Zweifel Isaak Selig h. Arjeh Jeh. Do eh Öaro aus Glogau, der wie aus seiner Approbation zu סולת אהרן, d. d. 2. Elul [= 3. Septbr.J 1731, hervor gellt, sich damals in Breslau auf hielt Br. 0 זרע ישראל, verzeichnet hei Steinschneider: Catal. Bodlej. No. 5452.