Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 3 · p. Seite 114

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 3
Article
Ein räthselhaftes Wort in Saadja's Agron
Date
1894-01-01
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2829668-2829672-2878847--26128-2878885
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

114 Eia räfchselhaftes Wort in Saadja’s Agron. Harkavy’s ist richtig, dass הנהפכת dasselbe bedeutet, was vorher mit ההפוכה bezeichnet ist. Saadja hat, um den Ausdruck zu variiren, beide Arten der Bezeichnung des Passivums angewendet. Um das hier vorliegende Bäthsel zu lösen, muss man von der Thatsache ausgehen, dass die Buchstaben איתן beim Yerbum am Anfänge des Wortes fungiren, dass also in dem Satztheile: וארבע על הנהפכת לבדה המה איתן, in dem jedenfalls aus dem ersten Satze vor על hinzuzudenken ist: מוספות בתחלה, unter הנהפכת das Yerbum zu verstehen ist. Dann aber ist auch im vorhergehenden Satztheile ההפוכה soviel als Yerbum; היסודת ist in Folge dessen als Bezeichnung des Nomens zu betrachten, und der Sinn des Ganzen ist folgender: Yon den 11 Functions־ buchstaben, welche als Praefixa angewendet werden, kommen sieben, בשל1ם כה> sowohl beim Nomen als beim Yerbum vor, während vier, יאיתן nur beim Yerbum zum Anfänge des Wortes hinzutreten. Es bliebe nur noch die Frage zu beantworten, wieso das Yerbum zu dieser sonderbaren Benennung kam und was deren Sinn ist. Ich glaube darauf mit Zuhilfenahme eines Satzes aus Ben Ascher’s Dikduke Hateamim eine befriedigende Antwort geben zu können. In dem wichtigen Lehrstück über die Flexion und die dabei vorkommenden Yocalwandlungen sagt Ben Ascher (S. 35, z. 8): או ומן יפול על השם רעשה פועל ויבדיל בו עבר מן הנצב ומן העתיר, d. h. ,,der Zeitbegriff tritt zum Nomen hinzu und es wird (fit) zum Yerbum, und man unterscheidet darin die Yergangenheit von der Gegenwart und der Zukunft.“ Das Yerbum entsteht also nach dieser Auffassung aus dem Nomen, indem man mit dem Inhalte des letzteren den Begriff der Zeit verbindet. Das Nomen (Substantiv) verwandelt sich gleichsam vermittelst der Zeitbestimmung in das Yerbum; dieses ist aber das verwandelte Nomen. Dies ist denn auch der Sinn des von Saadja gebrauchten Attributes ההפוכה und הנהפכת? zu welchem als Hauptwort aus dem ersten Theile unseres Satzes המלה hinzuzudenken ist (vgl. נהפןד Exod. 7, 15, ונהפכת I Sam. 10, 6.) Wenn das Yerbum als das verwandelte Wort betrachtet wird, dann ist das Substantiv oder Nomen überhaupt natürlich das Grundwort und wird von Saadja mit Kecht als היסודת bezeichnet. Es ist dasselbe Wort —nur als Femininum —, mit dem er einige Zeilen vorher die Wurzelbuch־ staben bezeichnet hat. Die hier zum Ausdrucke gelangte An־ schauung von dem Verhältnisse zwischen Nomen und Yerbum

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.