Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ein räthselhaftes Wort in Saadja's Agron
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
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Ein rathselliaftes Wort in Saadja's A.grön. 115 beruht — wie nur kurz bemerkt werden soll, — auf der in der alten Grammatik herrschenden Grundansicht von der Priorität des Nomens. Vgl. besonders das erste Capitel in Abulwalid Ibn Ganhä’s Lnma : Das Nomen entspricht der Substanz, das Verbum der Accidenz; die Substanz bringt die Accidenz in einer bestimmten Zeit hervor, was durch das Verbum ausgedrückt wird. (Lumac S. 21, Z. 22 ff., Rikma, S. 2 unten.) Ich will nur noch auf eine sehr beachtenswerthe Uebereinstimmung zwischen dem eben erwähnten Lehrstücke Ben Ascher5s und dem hier in Betracht gezogenen Stücke des Agrön hinweisen. Bei Ben Ascher heisst es, es gebe drei Arten von Flexion: 1. die Bildung des Plurals; 2. die Be- Zeichnung des Besitzverhältnisses (sei es durch die Verbindung zweier Wörter vermöge des status constructus, sei es durch die besitzanzeigenden Personalsuffixe); 3. die Bildung des Verbums aus dem Nomen durch die Bezeichnung der Zeiten. או קיבוץ יתקבץ בו השט המאוחד בניבו ♦ .. או דבר יומשך אליו השם .. . וכאשר תוציא אותו אל קונה, או זמן יפול על השם ויעשה פועל• Ben Ascher fasst die drei Arten der Wortbildung dann noch kurz so zusammen (S. 35, Z. 15): הקיבוץ והסמוך ורומנים המוציאים את השמות מן נטעם הרשום להם. Dieselbe Dreiheit nun hat auch Saadja, wo er die Be- Stimmung der zur Wurzel hinzutretenden Functionsbuehstaben angiebt. Er sagt (bei Harkavy, S. 57, Z. 7): והנוספות על אחת מהשלוש תהיינה אם להרבותם אם להקנותם אם להגיד זמניהם אחור וקדם ועתה. Nur ein Unterschied ist zu bemerken, dass nämlich Saadja bloss die Besitzsuffigirung nennt, vom status constructus aber schweigt, weil dieser nicht durch hinzutretende Buchstaben gebildet wird. Es sei auch noch bemerkt, dass eben daselbst Saadja das Verbum הפך noch in anderem Sinne gebraucht. Er formulirt den Unterschied zwischen den beiden Klassen der Buchstaben so (ib., z. 9): היסודות המה העומדים על מתכנתם והנוספות נהפכו הפך, d. h. die Wurzelbuchstaben bleiben stets unverändert, die Functionsbuchstaben sind dem Wandel und Wechsel unterworfen. Budapest, September 1894.