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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 3 · p. Seite 98

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 3
Article
Die Thargumim zur Thorahlection am 7. Pesach- und 1. Schabuoth-Tage
Date
1894-01-01
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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98 Die Thargamim zur Thoralection. Welches war mm aber, so werden, wir uns jetzt zu fragen haben, das Thargum, das man zu diesem Vortrage verwendete? Von vornherein sollte man meinen: kein anderes als dasjenige, welches im Allgemeinen zur Privatlectüre verwendet wurde, d. h. entweder das sogen. Thargum Onkelos oder, wo dieses nicht üblich war, das palästinensische Thargum. Allein dem ist nicht so. Die Machsorhandschriften sowohl des deutschen wie des ital. Kitus, von denen ich eine grosse Anzahl hauptsächtlich in Parma verglichen habe, wie auch das nunmehr gedruckt vorliegende M. V., haben für die beiden in Eede stehenden Peste ein Thargum, welches weder ganz mit Onkelos noch mit dem Thargum jeruschalmi üb er ein stimmt. Wir haben demnach zu den beiden Thorah־־Abschnitten Ex. 13, 17 bis 15, 26 und Ex. 19, 1—20, 23 drei resp. vier verschiedene Thargumim, nämlich 1) Thargum Onkelos, 2) Pseudo- Jonathan (bez. mit P. J.), 3) Machsor Vitry (bez. mit M. V.) und 4) Thargum jeruschalmi. Von diesem letzterer! besitze ich die Abschrift dreier Manuscripte, welche gerade bei den hier behandelten Abschnitten bedeutend von einander abweichen. Die längere Passung findet sich in Msc. 110 Cat. Zot. der Nationalbibliothek in Paris, sie ist im Folgenden mit 0. P. bezeichnet. Die kürzere zum Theil fragmentarische Passung dagegen haben wir zunächst in der Vatican.ischen Handschr. No 440, deren Oopie mir von Herrn Dr. A. Berliner überlassen worden ist (bez. mit 0־ V.); ferner ist dieselbe in der von Christ. Theoph. v. Murr in Memorab. bibl. publ. Norimb., Pars I, beschriebenen und in Nürnberg befindlichen Pentateuchhandschrift v. J. 1291 enthalten (bez. mit C. N.) Mit diesem letzteren Codex stimmen im Wesentlichen unsere Ausgaben überein. Die in Leipzig befindliche und von Fleischer beschriebene Handschrift des Fragmententhargum, die ich ebenfalls copiert habe, giebt zu den beiden hier in Betracht kommenden Stücken keine Varianten. I. Wer auch nur in oberflächlicher Weise die im M. V. (pag. 305 ff. u. pag. 355 ff.) enthaltene Uebersetzung zur Thorahlection am 7. Tage des Pesach und 1. des Schabuoth durchliest, dem wird es sicherlich nicht entgehen, dass in derselben zunächst zwei verschiedene Bestandtheile mit einander verbunden sind. Die Uebersetzung zu den historischen Stücken dieser Thorahvorlesungen ist dem babylonischen, diejenige aber zum Meeresgesang und zum Dekalog ist dem palästi-

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