Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Targum der Amidah
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Targum dar Amidah. 83 durch Hervorhebung des Lohnes der Gerechten und der Strafe der. Frevler. Die Klage über den Zustand im Exile klingt durch das ganze Targum hindurch. Historische Momente, die uns einen Fingerzeig für das Alter desselben bieten würden, sind darin nicht enthalten. Der Islam ist gar nicht darin erwähnt und vielleicht gar nicht gekannt, woraus man vielleicht auf ein verhältnissmässig hohes Alter zu schliessen berechtigt wäre. Stutzig macht mich bloss die oben erwähnte Stelle zu אתה קדוש, wo die Terminologie bei der Beschreibung der Engel und der irdischen Geschöpfe an jüngeren Gedankengang erinnert. Ob dieses im Laufe derZeit später hineingetiagen, «oder ob es alten Ursprunges und gnostischen Einflüssen zu verdanken ist, will ich unentschieden lassen. Die Theilung von תשכון und את צמח ist ein anderer Fingerzeig. Die Form der Amidah, soweit sie sich aus der haggadischen Einkleidung herausschälen lässt, stimmt weder mit der Sephardischen noch mit der Aschkenasischen Version genau überein. Im Allgemeinen steht sie der Version des Siddur aus Jemen am nächsten, ist aber auch damit nicht identisch, Uebrigens weicht diese Recension auch in verschiedenen Hss. von einander ab. Sie lautet in zwei Hss. aus dem XV. und XVIII. Jahrhundert, die sich in meinem Besitze befinden, Ho. 4 u. 6, anders als in einer Hss. des Montefiore College in Ramsgate (No. 380) aus dem XVIII. Jahrhundert. Das Targum kennt nur eine Benediction für ברכנו sowohl für den Winter als für den Sommer und schliesst mit עושה השלים wie im alten Midrasch. Die haggadische Erklärung der ersten Benedictionen ist jedenfalls eigentümlich. Für die erste könnte man auf Talmud Joma, f. 69 b verweisen, aber für die anderen habe ich eine Parallele nicht gefunden. Hoffentlich gelingt es Anderen, dieses, und was ich sonst versehen haben möchte, nachzuholen. Auf einen Punkt muss ich indessen noch aufmerksam machen, und zwar auf die eigentümliche Orthographie, die ich, wie selbstverständlich beibehalten habe. א und ה wechseln häufig am Schluss. ר und ד.werden ebenso häufig ausgelassen als dort gesetzt, wo wir sie am wenigsten vermissen, bezwr. erwarten würden. Eigentümlich ist die Bezeichnung des Rafeh der Buchstaben!גדכך durch einen Punkt über denselben; manchmal durch einen Querstrich ersetzt, besonders über .ך ב und פ werden durch keinerlei diakritisches Zeichen unterschieden. Zu den arabischen UeberSetzungen der פפזירת אהרון und פ׳ משה stehen dieselben Punkte über denselben Buchstaben und auch über צ, welches im Hebräischen kein diakritisches 6*