Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Targum der Amidah
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 4)
- Language
- German
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82 Ein Targum der Amidah. Format, stammt aus Jemen und ist durch vielen Gebrauch an den Bändern abgegriffen, wodurch das Lesen des Textes sehr erschwert ist. Sie ist eine Sammelhandschrift aus dem XVII. oder dem Anfang des XYIII. Jahrhunderts und enthält zunächst kabbalistische Formeln zu Beschwörungen und Amuletten, dann die arabische Uebersetzung der ׳פטירת אהרון in kurzer Fassung und der פטירת משה in längerer Fassung; ferner Sand-Orakel und andere arabische und hebräische astronomische und astrologische Orakel. Auch sonst sonderbare Notizen, von denen ich das Eine oder das Andere hier weiter mittheilen werde. Der Yerkäufer, ein Jude aus Jemen, der die Hs. nur des kabbalistischen Inhaltes wegen hochschätzte, war nicht wenig überrascht, als ich ihm das Targum (f. 63b —67b der Hs.) zeigte. Er war ein Gelehrter aus Sanaca, er hatte aber nie von einem Targum der Amidah gehört, weder in Sana'a, noch in irgend einer anderen Stadt. Dass wir es aber mit einem unzweideutig alten Texte zu thun haben, geht sowohl aus dem Inhalte, als auch aus der Art, wie sich derselbe erhalten hat, hervor. Der Abschreiber hat nämlich sehr viele Fehler gemacht. Er hat einen Text copirt, den er nur zum Theil verstand, und hat bald Worte getrennt, die zusammen gehören, bald aus mehreren Wörtern ein Wort gemacht. Ich habe nicht wenig Mühe gehabt, ihn leserlich zu machen, ohne eine andere Aenderung als Wortabtheiiung und Vereinigung vorzunehmen. Verbesserungen habe ich in Klammern vorgeschlagen, und das Original unverändert gelassen. Auch habe ich durch Interpunction das Verständniss des Textes zu erleichtern gesucht. Es ist stets misslich, einen Text nach einer einzigen und dazu halb verwischten Hs. herauszugeben. Manches Zweifefc hafte musste stehen bleiben, ohne verbessert zu werden. Vielleicht gelingt es Anderen, das eine oder andere aufzuklären, was ich als fraglich bezeichnet habe. Was nun den Inhalt selbst betrifft, so ist er in der Be- Ziehung den Megilloth-Targumim darin vollkommen ähnlich, dass auch hier die ganze Haggadahmasse im Anfang der lieber- Setzung angehäuft ist, während der Best fast nur wörtliche Uebersetzungen enthält (vgl z. B. das Tagum Scheni zu Esther). Mit dem Targum des Hohenliedes stimmt unser Targum darin überein, dass es die כנסת ישי״אל häufig als redeacl einführt, und mit dem Targum zu Kohelet berührt es sich durch den speculativen Inhalt (vgl. z.. B. das Targum zu אתה קדוש) und