Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Targum der Amidah
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 3)
- Language
- German
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Eia Targum der Arnidah. 81' viel bedeutender ist der Unterschied zwischen diesen und den alten Hss. aus Jemen ,die dem superlinearenVocalisations-System folgen. Noch viel verwahrloster ist das andere palästinensische Targum von dem sich leider nur einige wenige Hss. erhalten haben, die bisher auch noch nicht einmal mit unseren gedruckten Texten verglichen worden sind. Ich habe diese Fragen hier berührt, weil sie,־ meiner Anschauung nach, mit einer anderen im innigsten Zusammenhänge stehen, die bisher auch noch nicht einmal aufgeworfen worden ist.; Woher stammen die Targumim in den Hss. der Juden aus Jemen? Dass diese Frage keine müssige sei, wird sofort einleuchten, wenn ich dann weiter frage: Woher stammt das System der superlinearen Yocalbezeichnung, welches allgemein als babylonisch oder syrisch bezeichnet wird? Ist dieses wirklich orientalischen, d. h. syrisch-babylonischen Ursprunges, wie ich selbst eine Zeit lang geglaubt habe, oder haben uns einige alte und nicht sehr deutliche massoretische Notizen irre geführt?; Da ich auf dieses Thema bei einer anderen Gelegenheit ausführlicher zurückzukommen gedenke, will ich den Gegenstand hier nicht weiter ausführen. Es wird sich darum handeln, erstens nachzuweisen, welcher Aussprache die Yocalbezeichnung des superlinearen Systems entspricht, und zweitens, ob die Juden in Jemen mit Babylon oder mit Tiberias in innigerem Yerkehr gestanden haben, und von welchem Orte sie, mit grösserer Wahrscheinlichkeit, ihre Bitteratur und Traditon bekommen haben. Ich füge sogleich hinzu, dass das Resultat meiner Untersuchungen mich dahin geführt hat, einen Zusammenhang mit den Schulen Palästinas als den wahrscheinlicheren anzunehmen. In Palästina ist die Existenz eines, die ganze Bibel umfassenden Targums von Zunz unwiderleglich nachgewiesen. Was babylonisch ist, ist eigentlich nur eine Modifi cation einer Schöpfung, die auf dem Boden Palästinas entstanden ist. | Nun erscheint auch noch dieses Targum des ־wichtigsten ן Theiles des Gebetes, der eigentlichen Tefilla, welches nr- I plötzlich auftaucht. In Sprache und Gedankengang schliesst es sich eng an das Targum Palästinas zu den Megilloth, besonders aber an das Targum zum Hohenliede lind zu Koheleth an. Die grammatischen ן Formen, der Gebrauch der Partikel אדום בגין n. s. w. deuten auf i jenen localen Ursprung hin. Die Oitate aus dem Targuin der! PrnnhfttfiTi sinrl .Trvna.than ähnlich aber nicht mit ihm identisch. hner Sammlung Hebr. Hss., kleines Octav- Monatsschrift. 39. Jahrgang. 6