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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 2 · p. Seite 66

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 2
Article
Zur Erklärung zweier Mischnastellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 66 (sequence 4)
Language
German
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66 Zur Erklärung zweier Misclinastellen. (S. 112 u. 149) will, in den Worten המכנה בעריות משתקין אותו selbst die apologetische Umdeutung der anstössigen Berichte verboten werden •״sollte, warum wären dann in Megilla IV, 11 und an den Parallelstellen, wo über die nicht zu übersetzenden Abschnitte verhandelt wird, die Stellen übergangen worden, die von den widergesetzlichen Ehen der Patriarchen, wie Abraham’s mit Sara, Jakob’s mit zwei Schwestern und Amram’s mit seiner Tante, berichten, da ja, nach Büch-ler (S. 112), auch diese Stellen, als mit Lev, c. XVIII im Wiederspruch stehend, den Gegnern des Judenthums zu Angriffen gegen dasselbe Anlass bieten konnten? Es ist überdies auch gar nicht einzusehen, warum man, wenn es sich darum handelte, die Ehre der Ahnen vor. Verunglimpfung zu bewahren, sich auf die scheinbaren oder wirklichen Verstösse gegen die Ehe- und Keuschheitsgesetze beschränkt und nicht vielmehr jenes liebersetzungsverbot auch auf alle diejenigen Stellen ausgedehnt hätte, die mit anderen sittlichen Vorschriften in Widerspruch zu stehen scheinen. Ein Gegner des Judenthurns, der mit spähendem Auge nach sittlichen Mängeln verehrter biblischer Personen suchte, hätte doch mindestens mit demselben Rechte und demselben Erfolge, wie auf die von Büchler (S. 112) angeführten Stellen, auch darauf hinweisen können, dass z. B. die Handlungsweise Jacob’s in Genes. 27, 19 f. gegen Ex. 23, 7 und Lev. 19, 11, die der Brüder Josephs in Gen. 37, 28 gegen Ex. 21, 16 und Deut. 24, 7 und die der Söhne Israels in Ex. 12, 35 gegen Ex. 20, 15 und Lev. 19, 11 verstösse. Dass diese Stellen in der That nicht übersehen wurden und vielfach Gegenstand hämischer Angriffe gewesen sein müssen, beweisen die apologetischen Bemerkungen, die sich bezüglich derselben in der talmudischen Litteratur erhalten haben. So ist die in Ber. r., Par. 65, gegebene Erklärung zu אנכי עשו בכורך sicherlich durch Angriffe von aussen veranlasst worden, was übrigens aus Tanchuma (ed. Buber, S. 66), wo eine ähnliche Erklärung mit den bezeichnenden Worten* ואע״פ שאתם אומרים שילך יעקב לא שיקר eingeleitet wird, deutlich hervorgeht. Dasselbe gilt auch von der in den Kreis der Alexandersagen gehörenden Antwort Gebiha b. Pesisa’s an die Aegypter, welche vor dem Throne Alexanders die von den Israeliten bei ihrem Auszuge aus Aegypten entführten silbernen und goldenen Geräthe zurückforderten1). Denn wenn auch die ganze Stelle 1) b. Sankeir. 91a u. Ber. r.? e. 68.

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