Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die biblische Völkertafel im Talmud, Midrasch und Targum
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
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52 Die biblische Yölkertafel im Talmud, Midrasch und Targum. ix, 32 c:דבי מאיר הוי אידמיך ליה באפייא ... אמר לון יהבי ערפי על גיף ימא; Gen. r. c. 6,5: הוד, באסיא בעא דיפרש. wahrend der Zeit der Verfolgung ist in Asien eine Intercalation des Jahres vorgenommen worden, Toss. Megilla II, 5, p. 223: ומעשה בר׳ מאיר שהלך לאפיא לעבר שנה כו׳; es fand sich dort kein einziges hebräisches (עכרית) Exemplar der Estherrolle vor, was allenfalls nur dann verständlich ist, wenn von einer fernen, durchaus griechischen Provinz die Rede ist. Vgl. j. Meg. IV, 74d, b. Sanh. 26a und b. Meg. 18b1). In b. Baba mezia 84 a wird dem R. Jischmael b. R. Jose gerathen, er möchte sich nach Asien flüchten2 3); man sieht nicht ein, warum hier nicht das gewöhnliche Asien gemeint sein soll. Seihst der im Talmud erwähnte asiatische Essigwein (b. Ab. sara 30 a חמרא חליא דאתי מעפיא) kann sehr wohl die Provinz Asien zur Heimat haben. Bloss die Stelle im Sifri Numeri § 131 erfordert für אפיא, wie bereits oben (No. 5) angegeben, einen anderen Sinn; es ist dort wahrscheinlich Ephesus gemeint. An allen anderen Stellen aber, wo von warmen Quellen in עפיא oder 7(3אכדא geredet wird, kann natürlich nur von einem Orte Namens Assia die Rede sein, und einen solchen hat es in der That am Orontes gegeben; vgl. b. Gittin 4b: עיר אחת היה [היתד,] בארץ ישראל ועפפיות שמה. 10) הדייב (so ist zu lesen statt דליית im Jeruschalmi und הדייף in Genesis rabba) Adiabene. Im Targum jeruschalmi II. zu Genes. 10, 3 wird פרכון für ריפת gesetzt, ein sonst völlig ■unbekanntes Wort. Es ist zu bemerken, dass für אשכנז in Jerem. 51, 27 im Targum (ed. Lagarde) חדיב gesetzt ist, welche Form mit ח׳ ganz dem syrischen חדיב entspricht. Da ריפת des Textes sonst ganz unbekannt ist (s. Halevy in Revue des etudes juives, XVII, 161), so ist die traditionelle Wiedergäbe durch Adiabene als ein vielleicht zur Aufhellung des Wortes führender Wink besonders zu beachten. Die Ursache der Gleichsetzung von Riphath mit Adiabene können wir nicht angeben; immerhin zeigt der Umstand, dass sowohl Aschkenas als auch Riphath, auf Adiabene gedeutet wurde, zur Genüge, dass es hierüber der Hauptsache nach eine feste Tradition gegeben bat. Alles Uebrige über הדיב s. bei Ebkut 111,183. 1) Siehe über die Drage Frankel in dieser Monatsschrift IV S. 128 und Darke ha-Misclma S. 155 Anm. 2) Nach j. Ah. sara III Auf.; s. Rapoport, S. 155. 3) ln diesem Sinne ist die Schreibung עס־יא vorzuziehen, da dieser Name sicher semitischen Ursprungs (עסא — הפא) ist und אסיא nur aus Verwechselung mit dem gewöhnlichen Worte sich eingeschlichen hat.