Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Tossafisten als Methodologen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 553 (sequence 5)
- Language
- German
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t Die Tossafisten als Methodologen. 553 aus Chinon (ca. 1320—50), verfasste das ספל כריתות mit dem ausgesprochenen Zweck, den Talmudjüngern eine Methodologie in die Hand zu geben, zu welcher die in den Tossafot zerstreuten methodologischen Bemerkungen den grössten Theil des Stoffes geliefert haben. Die Anlage des Buches ist eine durchaus systematische. Es zerfällt in fünf Capitel: 1. ״ בתי מדותHäuser der Regeln“, zur Erklärung der bekannten methodologischen Boraita des R. Ismael, in welcher dieser Mischnalehrer dreizehn hermeneutische Regeln, מלות, angiebt, nach welchen die Gesetze der Thora ausgelegt und erweitert werden können. Entsprechend der Zahl jener Regeln zerfällt dieses Capitel in dreizehn. Häuser בתים, deren jedes eineRegel nach allen Seiten hin, stets mit Beziehung auf Talmudstellen, bespricht. Jedes Haus ist wieder in Gemächer (הדל) oder numerirte Paragraphen eingetheilt. Am Schlüsse jedes Hauses ist die Zahl seiner Gemächer und deren Inhalt kurz angegeben1). 2. ״ בית המקדשdas Heiligthum44 über die besonderen Regeln, welche aus den die Opfer betreffenden Stellen der heiligen Schrift im Talmud hergeleitet werden und nur für das Gebiet der Opfergesetze Giltigkeit haben, sowie über die Ausnahmen, welche die Regeln des R. Ismael in diesem Gebiete erleiden. Dieses Capitel hat fünfzehn Paragraphen. 3. ״ נתיבות עולםdie Pfade der Welt“ über die zweiunddreissig hermeneutischen Regeln des R. Elieser b. R. Jose, des Galiläers, mit besonderer Berücksichtigung des Yerhältnisses derselben zu den dreizehn Regeln des R. Ismael. Dieses Capitel zerfällt entsprechend der Zahl der Regeln in zweiunddreissig Paragraphen, deren jeder eine Regel behandelt. Der Titel des Capitels soll aber eine Anspielung auf die kabbalistisehen zweiunddreissig Pfade der Welt sein. 4. ״ ימות עולםTage der Yorzeit44, eine Chronologie der talmudischen Autoren, Dieses Capitel zerfällt in drei Pforten schon seine Tossafot zum Talmud verfasst. Man darf daher sein Geburtsjahr um 1250 setzen. Hiermit steht nicht in Widerspruch, dass ben AÜreth mit ihm correspondirt hat. Ebenso wenig braucht der im 157, Responsum des ben Sckeschet erwähnte R. Simson aus Chinon der Enkel des Verfassers des Keritot zu sein, wie Asulai meint, welcher ubersehen zn haben scheint, dass nicht Ribasch, sondern dessen Lehrer, R. Perez, der Schüler ben Adreths, von R. Simson sagt, dass er sich seiner erinnere, ihn aber nicht gesehen habe, und hiermit sehr wohl den Verfasser des S. Keritot gemeint haben kann, dessen Autorität allein auch nur die Berufung auf ihn rechtfertigen würde, während von einem berühmten Enkel des R. Simson mit dem Hamen seines Grossvaters nichts bekannt ist. ג) Ausser bei 8, 12 und 13.