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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 12 · p. Seite 552

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 12
Article
Die Tossafisten als Methodologen
Date
1894-01-01
Page
Seite 552 (sequence 4)
Language
German
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552 Die Tossafisteu als Methodologen. verdanken, und das für die spätere methodologische Litteratur Quelle und Ausgangspunkt geworden ist. Einer der letzten Ausläufer der französischen Tossafisten־ schule, welche mit der Vertreibung der Juden aus Frankreich durch Philipp den Schönen im Jahre 1306 ein jähes Ende fand, R. Simson ben Isaak ben Isaak ben Jekutiel ben Isaak* 1 2 3 * * *)!) Im Schalschelet (ed. Amst. 1697), S. 41 6. lesen wir; ״B. Simson aus Chinon, der מחרש״ק genannt wird, hat Tossafot geschrieben durch seinen Schüler Elieser aus Touques, welche nach diesem Tosafot Touques genannt werden; auch hat er das Buch Keritot verfasst, aber Juchasin sagt, dass es E. Simson b. Isaak gewesen sei, der im Jahre 1310 gestorben ist.“ Ihm schreibt wörtlich nach Seder ha-Dorot (ed. Lemberg 1858), S. 89 b., der auch im Index B. Simson, Verf. des S. Kerit״ getrennt von B. Simson b. Isaak aufführt. Im Kore (ed. Cassel) S. 18 b. heisst es, dass weder B. Simson noch sein Vater B. Isaak zu den Tossafisten gehören, weil sie in den Tossafot nicht erwähnt werden; zugleich polemisirt der Vf. (S. 24 a.) gegen Juchasin, welcher angieht, dass B. Simson zurZeit der Tossafisten gelebt habe, sieht sich jedoch durch ein Besponsum des B. Isaak ben Scheschet (No. 157) genöthigt, zuzugeben, dass er ein Zeitgenösse des B. Perez (gest. 1300) gewesen sei. Asulai endlich (s. v.) hält B. Simson für einen Zeitgenossen des B. Salomon ben Abraham ben Adreth (gest. 1310), weil dieser in einem Gutachten (Thl. III, No. 3.) an B. Simson b. Isaak b. Jekutiel sieh wende; wenn nun auch B. Simson in der Vorrede zu seinem S. Keritot sich ״ben Isaak ben Isaak ben Jekutiel“ nenne, so sei entweder hier das zweite ben Isaak ein Druckfehler oder ben Adreth habe einmal ben Isaak fortgelassen, was auch mit der Angabe des Juchasin überein stimmen würde, welcher B. Simaon in die Zeit der Schüler des B. Meir aus Bothenburg setzt; der im Besponsum des b. Scheschet vorkommende B. Simson aber sei ein Enkel des Verfassers des S. Keritot. Alle diese Angaben bedürfen der Berichtigung: 1. Die von B. Simson in der Vorrede zu seinem S. Keritot angegebene Genealogie ergiebt unzweideutig, dass sein Grossvater wie sein Vater, B, Isaak geheissen, und lässt die Annahme eines Schreib- oder Druckfehlers in dieser Beziehung nicht zu. Die Stelle lautet: שמשון בן עטרת חחבמים חרב ר׳ יצחק מגדל חכמתו בארץ וראשו מגיע עד שחק ,וזקני אביו עוקר חדים וטוחן ,אבן בוחן ד,רבנ ד7 יצחק ע״ח ,וזקן אבא מורי החסיד הרב ר׳ יקותיאל עיה. Zugleich macht diese Stelle es wahrscheinlich, dass der Vater, B. Isaak, zur Zeit der Abfassung des S. Keritot noch am Leben war, da bei ihm allein die Eulogie ע״ה fehlt. 2. Da hiernach des B. Simson Vater Isaak h. Isaak geheissen hat, so ist es nicht richtig, wenn der Vf. des Kore behauptet, dass dieser in unsern Tossafot nicht vorkomme, da derselbe allerdings, wenn auch nur in einer Glosse, Nasir 16 a b. ורבי, von B. Perez als ״mein Lehrer“ מורי רביכו יצחק בח״ר יצחק זצ״ל citirt wird. Auch in den Besponsen zu Maim. שופטים, No. 17, theilt B. Perez einen Brauch des B, Isaak ben Isaak mit. 3. Wie wir aus der angeführten Tossafotstelle in Nasir sehen, citirt B. Perez den Vater B. Simson’s als einen Verstorbenen, während dieser seihst in der Vorrede zum S. Keritot von seinem Vater wie von einem Lebenden spricht. Nun ist B. Perez 1300 gestorben, das Buch Keritot ist also vor 1300 verfasst. Als Pu. Simson dieses Buch schrieb, befand er sich bereits in vorgerücktem Alter (cfr. V. 2, 70 בימי חורפי) und hatte

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