Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Das Zunz'sche Buch über die "gottesdienstlichen Vorträge" und der heutige Sand der Midraschforschung
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 520 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829654-2829666-2878654--25919-2878706- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
520 Das Zunz’scheBuch über die ״gottesdienstlichen Yortrage“. Das Wesen der Proömien, um die es sich hei allen den 87 näher bezeichTneten Paraschas handelt, ist hier bei Weitem nicht scharf genug erkannt. Nicht der Autor wendet den Inhalt des Textes auf eine Stelle der Propheten etc. an, sondern er leitet die Parascha mit einem oder mehreren Proömien ein, deren Text den Propheten etc. entnommen ist. Nicht also geht die Parascha nach längerem Verweilen zu dem weiteren Inhalte des biblischen Abschnittes über, sondern auf die Proömien folgt die eigentliche Auslegung des betreffenden Abschnittes der Genesis. Der Proömial-Text, den die GW. mit dem ״einleitenden“ Texte meinen, kann daher * die ganze Parascha gar nicht beherrschen. Da so viele Paraschas mit zwei oder mehreren Proömien introducirt werden, was in den GV, nicht beachtet ist, so trifft man gewiss die Formel ד׳... פתח auch in der Mitte der Oapitel1)! Die Angaben der GY. über die Einleitungsformeln, sowie über die Anführung der Proömialtexte ohne jede Formel sind darum häufig ungenügend, weil Z. nur die Capitelanfänge, aber nicht die weiteren Proömien in Betrachtung gezogen hat2). 4) ״GY 1. S. 176: Da dieses Werk --weder aus dem babylonischen Talmud etwas mittheilt noch 11; s. w“. In dem Text der Ausgaben finden sich zwar Stellen aus dem babylonischen Talmud, aber wie sehr man berechtigt ist, solche Stellen als Einschaltungen zu betrachten, zeigen folgende Beispiele: Agg. cap. 1 (Nr. 11 nach der Win. Ag.) צופים אמרום aus b. Megilla 2b fehlt in AL01 B. vgl. Monatsschr. Jg. 37, S. 456. Agg. cap. 31 (12) שכן בכרכי הים קורין לנדה גלמודה aus b. Sota 42a fehlt in AP VE und J. Hiob, vgl. Monatsschr. Jg. 38, S. 437.!) Tür Zunz war dieses ein Grund, zu bezweifeln, ,,ob die einzelnen Paraschas ursprünglich ihre gegenwärtige Abtheilung hatten!“ (S. 178.) 2) Eine eingehende Untersuchung der Proömien zunächst der Pessikta enthält meine Abhandlung: ״Zur Coniposition der agädischen Homilien“, Monatsschr., Jg. 28, S. 97 fg., wo S. 112 f., S. 167 fg. die Introductions- und Schlussformeln, S. 169 fg. die einfachen und zusammengesetzten Proömien etc. ausführlich besprochen sind (vgl. auch Bloch, Studien zur Aggadah, Monatsschr. 1885, S 144). Mit Benützung meiner Arbeit hat Lerner a. a. 0. S. 16 fg. die Proömien des B. r. behandelt (s. das. S. 26 und 8. 129 fg., und vgl. auch ״Zur Composition etc.“ S. 98.111, 170fg. und Lerner S. 19, 28, 311); die Zusammenstellungen das. S. 16 über die Anzahl der Proömien, S. 20 über die Introductionen bedürfen, zumal nach den Hss., gänzlich der Berichtigung.