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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 11 · p. Seite 516

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 11
Article
Das Zunz'sche Buch über die "gottesdienstlichen Vorträge" und der heutige Sand der Midraschforschung
Date
1894-01-01
Page
Seite 516 (sequence 3)
Language
German
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516 Das ZuDz’sche Bach über die ,,gottesdienstlichen Vorträge“. die erste Grundlage, bilden müssen, auf welcher weiter gebaut werden muss. Ja, manchen litterarischen Erscheinungen gegenüber möchte man fast in Gefahr gerathen, den übergewattigen Einfluss, den dieses unstreitig beste Buch der modernen jüd. Wissenschaft besitzt, in gewissem Sinne zu bedauern. Als die Pessikta-Ausgabe Bubers erschien (1868), konnte selbst Geiger meinen, dass Zunz durch seine Nach Weisungen in dem elften Oapitel der GY. (S. 185—226) die Pessikta so gut wie vollständig wiederhergestellt habe, ״es fehlte weiter nichts, als dass die Handschriften dieses Midrasch aufgefunden werden und eine gute Ausgabe danach veranstaltet werde1).“ Hier ist nun vor Allem zu bemerken, dass selbst nach der glänzendsten Leistung der GY. es immer noch ein gewisses Maass von Anerkennung verdient, die Handschriften aufgefunden und bearbeitet und die Pessikta zum ersten Male herausgegeben zu haben. Dazu kommt, dass der Bearbeiter, welcher Zunz nur bewundern und nicht meistern wollte, und der bekanntlich nicht zu denjenigen Autoren gehört, über die Zunz mit Recht darum seinen Missmuth geäussert hat, weil sie sich gegen ihre Leser versündigen, indem sie theils schweigend ihn ausschrieben, theils redend ihn ignorirten, durch den Angriff eines andern seiner Beurtheiler veranlasst worden ist, in einem besondern Aufsatze die Punkte zusammenzustellen, in denen die Zunz’schen Angaben des elften Capitels von ihm zu berichtigen gewesen waren2). Ein ander Mal hat derselbe Herausgeber das zwölfte Oapitel der GY. über Jelamdenu (S. 226—238) in hebräischer lieber Setzung, mit reichen Anmerkungen und Berichtigungen versehen, am Schlüsse seiner groseen Einleitung zum Tanchuma (1885) veröffentlicht. Wieviel an den Berichtigungen der grundlegenden Zunz’schen Abhandlungen über Pessikta und Jelamdenu sowie anderer Stellen der GY. in den übrigen neueren Midrasch-Editionen Bubers und Anderer wieder richtig zu stellen ist, könnte nur in einer neuen Untersuchung aller von Zunz behandelten und seit dem Erscheinen der GY. herausgegebenen haggadischen Werke nachgewiesen werden. Ich halte mich aber überzeugt, dass eine solche Untersuchung sicherlich zu dem wunderbaren Ergebnisse führen würde, dass im Einzelnen an den GY. vielleicht Mancherlei zu ändern und umzuarbeiten sein wird, 1) Geiger a. a. 0. 1869, S. 187. 2) Vgl. Haschachar III (1872), 8. 43—66. Das Verzeichnis daselbst umfasst einhundertundftinfunddreissig Nummern.

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