Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Zunz'sche Bibel
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 509 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Zunz’sche Bibel. 509 sammenwirkenden Gelehrten zur Befriedigung, den nachmaligen Benutzern zum Vortheil. Denn Veit sorgte neben allem Erforderlichen auch für eine angemessene Ausstattung und für * einen massigen Preis. Er hatte einen nicht geringen Antheil ' an der Lust und Freude, womit an dem Werke gearbeitet wurde, und an dem regen Wetteifer, womit die zeitraubende Thätigkeit gefördert wurde und in kurzer Frist zu Ende gelangte. Die günstige Aufnahme und fortschreitende Beliebtheit der Zunz’schen Bibel erklärt sich aus den vorstehenden Darlegungen schon zur Genüge. Wir werden aber dem Verdienste des grossen Meisters Zunz und seiner Arbeitsgenossen erst dann gerecht, wenn wir die Eigenheiten und V orztige dieser Bibelübersetzung hier zusammenfassen und möglichst vollständig namhaft machen. 1. Die seit Moses Mendelssohn’s Pentateuch-Ueber- Setzung erheblich fortgeschritteneExegese, hebräische Grammatik und Lexikographie fanden in der neuen Bibel ihre volle und erkennbare Vertretung. So bot sie Neues in Fülle für Kundige und Unkundige. 2. Das fühlbare Bedürfniss einer, bis auf die Psalmen und das Hohelied, von Mendelssohn nicht gelieferten Uebersetzung der Propheten und Hagiographen fand hier die erwünschte Befriedigung in vollem Maasse. 3. Zu den oben erwähnten Fortschritten der Exegese und Kenntniss der hebräischen Sprache hatten die Bearbeiter der neuen Bibel selbst bereits das Ihrige beigetragen. Sie waren, wie Wenige, berufen, dem empfundenen Mangel und Bedürfnisse abzuhelfen. 4. Aber nicht allein in Betreff des Sinnes und Inhalts, *auch hinsichtlich der Form unterschied sich die neue Bibel von den früheren Uebersetzungen in vortheiihafter Weise. Sachs, der Eine Hauptübersetzer, war ein im Bereiche der antiken Literatur geschulter Philologe, der danach auch die Aufgabe des Uebersetzers auffasste, Ungenauigkeit, Willkür, Modernisirung, ästhetische Ausschmückung des Originals, wie sie damals bei den Uebersetzungen namentlich der poetischen Stücke vielfach üblich und beliebt waren, fand er unerträglich und hatte er anfangs, wie wir gesehen haben, durch das Extrem einer fast interlinearen Wörtlichkeit in seiner Psalmenbearbeitung zu bekämpfen versucht, bis er sehr bald die richtige Mitte traf und für die Zunz’sche Bibel eine Uebersetzung her-