Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Zunz'sche Bibel
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 506 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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506 Die Zunz’sche Bibel. liclier Gewandtheit und Eleganz gelieferte Arbeit noch jetzt gefunden werden muss, wie erheblich auch das richtige Verständniss des hebräischen Textes durch diese von einem neuhebräischen Commentar begleitete Uebertragung gefördert worden war, so konnte doch auch sie nach dem Ablaufe zweier wissenschaftlich überaus fruchtbaren Generationen nicht mehr allgemein befriedigen, zumal da Mendelssohn neben dem Pentateuch nur noch die Psalmen und das Hohelied übersetzt hatte, alle anderen biblischen Bücher hingegen, wie bereits angedeutet worden, verschiedenen keineswegs ihm ebenbürtigen Eortsetzern, ja theilweise recht ungeschickten Nachahmern anheimgefallen waren. TJeberdies waren auf diese Weise umfangreiche und kostspielige Bibelwerke, umfassend den hebräisehen Text, die deutsche Uebersetzung und einen neuhebräischen Commentar, zu Stande gekommen, die den Belehrung Suchenden zu kostspielig und daher nicht leicht zur Verfügung standen, während ausserdem noch die weibliche Jugend, deren Herzen dem Glauben der Väter durch Unterricht und Lectüre gewonnen und erhalten werden sollten, hierbei ganz leer ausgegangen und in keiner Weise bedacht worden war. Es muss daher der damals gefasste und ins Werk gesetzte Gedanke als ein glücklicher bezeichnet werden, — der Gedanke und Entschluss, eine ohne Urtext und ohne jeden gelehrten Apparat zum ersten Male in deutschen Lettern gedruckte Bibel für Israeliten zu schaffen, die das zur Zeit mögliche beste Verständniss nach den inzwischen gediehenen Fortschritten der Exegese, Lexikographie und Grammatik lehrte und so ein für jeden Studirenden, jeden Lehrer, jeden Freund der biblischen Literatur leicht käufliches Hülfsmittel zum Studium des hebräischen Textes darbot. Zum Glück für das Unternehmen waren alle Bedingunge n zu dessen Ausführung bestens vertreten. Vor Allem konnte ein besserer Leiter desselben, als Znnz , kaum gefunden werden. Er besass die Autorität, um die bedeutenden, wenn auch jüngeren Männer, die sich zu dieser Arbeit mit ihm verbanden, durch seine ausgleichenden, mässigenden, ändernden Eingriffe nicht tief zu verletzen und dem Werke abwendig zu machen. Dann machten seine Sprachgewandtheit, seine Bibelkenntniss, sein feiner Geschmack, seine Erfahrung und Klugheit, sein praktischer Blick ihn zur Lösung seiner redactioneilen Aufgaben so geschickt als möglich. Die von ihm selbst zur Uebersetzung übernommenen Bücher der Chronik waren ihm seit deren gründlicher Untersuchung in