Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Zunz'sche Bibel
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 505 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Zunz’sclie Bibel. 505 Gemeinschaft mit Anderen wissenschaftliche Abhandlungen über Juden und jüdische Stoffe in der von ihm redigirten ^Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums“ Yeröffentlicht. Die zweite, zusammen mit Anderen herausgegebenen Arbeit ist das unter dem Namen ,,Die Zunz’sche Bibel“ bekannte und verbreitete Buch, dessen Titel genauer lautet: Die vierundzwanzig Bücher der heiligen Schrift, unter der Bedaetion von Dr. L. Zunz, übersetzt von H. Arnheim, Dr. Julius Fürst und Dr. Michael Sachs, Berlin. Veit & Comp. 1837—1838. Es ist bemerkenswerth und bezeichnend für die Bekenner des Judenthums, dass jeder bedeutsame Aufschwung in ihrer geschichtlichen Entwickelung von einer neuen und zeitgemässeii Bearbeitung der heiligen Schrift begleitet wird, als ob vor Allem der zusammenhaltende Gemeinbesitz und der aus der *Vergangenheit für Geist und Gemiith gerettete Schatz der mit Macht vorwärts drängenden veränderten Zeit gesichert werden sollte. So entstand um die Zeit Esra’s und Nehemia’s, als das neue jüdische Gemeinwesen in Palästina feste Gestalt gewann, die aramäische UeberSetzung (Targum) des Pentateuch und dann der anderen heiligen Schriften. Als später unter den Nachfolgern Alexander des Grossen jüdische Gemeinden in deren Städten und Landschaften entstanden waren und eine neue hellenistische Bildung und Sprache sich angeeignet hatten, kam die griechische lieber Setzung zu Stande, welche frühzeitig und allmählich niedergeschrieben ward und als die älteste schriftliche Bibelübersetzung unter dem Namen der Siebzig (Septuaginta) auf uns gekommen ist. Ebenso steht an der Spitze der tief eingreifenden arabisch-muslimischen Epoche das von dem ersten bedeutenden Vertreter derselben, Saadia (892—942), verfasste arabische Bibel werk (Tafsir), bestehend aus Uebersetzung und Commentar in. arabischer Sprache. Und als die moderne Bildung unter unseren Glaubensgenossen in den Tagen Moses Mendelssohns (1729—1786) sich mächtig zu regen begann, so diente ihm gerade seine neue hochdeutsche Uebersetzung des Pentateuch, die dann von jüngeren Zeitgenossen seiner Schule für die übrigen Theile der Bibel mehr oder weniger mangelhaft ergänzt wurde, als überaus wirksames Mittel, deutsche Sprache und Cultur seinen Glaubensgenossen zugänglich und werth zu machen. Allein wie gross und unerwartet auch die geistbildende W irkung der Mendelssoh n’schen U eberse tzung auf die damaligen Juden war. wie werthvoll und gefällig auch die mit erstaun-