Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Neue Matrialien zur Biographie R. Menachem Mendel Auerbachs
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 5)
- Language
- German
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476 Zur Biographie R. Menachem Mendel Auerbachs. Recht erkannt hat, keine Nachgiebigkeit oder Antorifätenscheu gelten lässt Wer immer auch die Rabbiner von Mantua ge״ wesen sein mögen, die im synagogalen Gebrauche die Thora,״ rollen geduldet haben, in denen Punkte über der Zeile gegen alles Herkommen und die ausdrückliche Ueberlieferung die einzelnen Verse trennten, er verbietet unbedenklich deren Ge״ brauch, so lange nicht diese überflüssigen und gesetzlich, ver״ botenen Unterscheidungszeichen beseitigt seien. Aber er begnügt sich nicht mit dieser einfachen und den Quellen leichthin zu entnehmenden Entscheidung, sondern erhebt sein Gutachten zu einer werthvollen Untersuchung darüber, ob er berufen sei, eine von dem Ausspruche der Rabbiner von Mantua abweichende Entscheidung ohne Schonung ihrer Autorität zu treffen. Quellenkunde und Beherrschung der späteren Litteratur, Schärfe und Klarheit des Denkens zeichnen seine Arbeit aus, die es uns beklagen lässt, dass sie als fast einziges Zeugniss seiner sicherlich öfter angerufenen gutacht״ liehen Thätigkeit übrig geblieben ist. Denn es ist nicht Vermuthung allein, sondern durch eigene Anführung•1) erwiesen, dass er nach der Sitte der Zeit auf die Ausarbeitung der Responsen, um die er angegangen wurde, eine Aufmerksamkeit verwendet, die sie zu Quellen halachischer Entscheidung hätte erheben können. Eine flüchtige Aeusserung in diesem durch seine Neuheit schon bemerkenswerthen Gutachten zeigt ihn uns aber auch als Freund und Pfleger der Kabbala. 2), deren Studium er den dem Sabbatb zueilenden Schluss der Woche ausschliesslich zu widmen gewohnt war. Die Vorliebe für die Kabbala war Wiener Tradition und vom Elternhause her eingepflanzt, in der Zeit des Krakauer Aufenthaltes noch genährt und an grossen Mustern gestärkt3). Noch ist das Jahr unbekannt, in dem R. Menachem Mendel Mähren verliess und neuerdings seine Wirksamkeit nach Polen verlegte, indem er, wie es scheint, als Nachfolger R. Maus4), 1) § 463 äussert er: והוכחתי בתשובה והארכתי כזה והסכים עמי מורי ודכי יהושע דל מק״ק קראקא. Vgl. Auerbachs Gutachten in שרת אכן שהם No. 61; hier citirt er auch f. 36c sein ebenfalls verlorenes Werk: 8) עקרת הכיח. Benjacob s. V.) Vgl. auch seine Anfrage an R. Isak b. Abraham von Posen in שדת באר יצחק No. 4. 2) S. Beilage 1. 3) Ygl. Landshuth, תולדות אנשי השם, p. 13 ff., Kauf man na. a. 0. 81 ff. und Dembitzer II, סקיח ,•3צ״ח‘. 4) Dembitzer a. a. 0. II, pb.