Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Neue Matrialien zur Biographie R. Menachem Mendel Auerbachs
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 475 (sequence 4)
- Language
- German
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Zur Biographie R. Menachem Mendel’Auerbachs. 475 ״ Hissa1), die Wittwe Juda Loeb Cohens, die mit ihrem Stiefsohne Israel wohl das Geschäft ihres Gatten weiter betrieb, war 1650 genöthigt, die Hälfte ihres aus Stein und Holz errichteten Hauses sowie die Betsitze in der Alt״ und Hoch״ Synagoge2) von Krakau ihrem Schwiegersöhne und dessen Bruder Chajjim für den Preis von 1855 polnischen Gulden und 10 Groschen zu verkaufen, mit der Bedingung jedoch, dass der Kauf rückgängig werde, wenn binnen dreier Jahre die Kaufsuhime von der Verkäuferin zurückgezahlt würde. Die Möglichkeit, dass R Menachem Mendel Krakau verlassen könnte, war in den verschiedenen Kaufinstrumeilten bereits ausdrücklich in’s Auge gefasst. In der That scheint es nicht lange mehr gewährt zu haben, dass Auerbach in Krakau verblieb. Aber unauslöschlich lebten die Eindrücke, die er hier in den Lehr- und ersten Mannesjahren in sich aufgenommen hatte, in seiner Seele fort; der Ritus von Krakau3) schwebte ihm noch vor, als er nachmals das Werk verfasste, von dem ein Theil genügt hat, seinen Kamen auf die Nachwelt zu bringen. Vielleicht■ ist die Vermuthung gestaltet, dass R. Gerson Aschkenasi, sein College von der Schule und vom Rabbinate her, der 1650 von Krakau nach Prossnitz berufen wurde4), ihm in Mähren den Weg gebahnt haben dürfte. Jedenfalls traf die Wahl in Rausnitz einen Würdigen. R. Menachem Mendel, der vielleicht von seinem Landsmanne, dem Rabbiner von Mantua, Jehuda Löb, dem Sohne des Wiener Gemeindenotars Mose Perlhefter5) als Schiedsrichter in dieser Frage vorge״ schlagen worden war, tritt uns in seinem Responsum nach Mantua als ebenso spruchbefugter wie selbstständiger Mann entgegen, der in dem, was er als rabbinische Tradition zu 0 Vielleicht eine Nebenfoxm von Hitzlin s. Zunz, Gesammelte Schriften 11,49. 2) Ueber die Synagogen von Krakau vgl. Wetstein in אוצר הספרות, IV, 588 n. 1. 3) Krakauer Bräuche erwähnt Auerbach § 69, 72. 229, 560, 566, Brisker § 131. Vgl. auch שו״ת באר יצחק, No. 4. Die Erwähnung מהגאון 585 § ,המופלא מהור״ר ואלף, die Simeon Wolf Auerbach als des Begriinders eines Wiener Brauches gedenkt, ohne seine Verwandtschaft heryorzuheben, beweist allein schon, dass es ein Irrthum ist, wenn der handschriftliche Stammbaum Rabbi B. H. Auerbachs (s. die letzte Vertreibung, 174, n. 4) R. Menachem Mendel zu einem Enkel R. Simeon Wolfs machen möchte. 4) S. Kaufmann a. a. 0 85 n. 1 undDembitzer a. a. 0. II,fc^a. 5) Kaufmann a. a. 0. 201 n. B.