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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 327

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Die Folgen des österreichischen Erbfolgekrieges für die Juden Kremsiers
Date
1894-01-01
Page
Seite 327 (sequence 5)
Language
German
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327 Die Folgen des Österreichischen Erbfolgekrieges. Leopold Die trieb st ein aus Bräun, der zur persönlichen Betreibung ihrer Rettung sechs 'Wochen in Wien weilte, konnte die Regentin sich *nicht länger entziehen, und sie erliess am 15. Mai 1745 (23. Ijar 5505) eine Verordnung, laut welcher die Juden bis auf weitere Ordre in Böhmen und Mäh ron sollten verbleiben durfen. Diese frohe Nachricht wurde durch B. Eskeles am 20. Mai (33. Omer-Tag) den Gemeinden übermittelt, welche an diesem Freudentage, der sie von der peinlichen Ungewissheit befreite, in welcher sie fast fünf Monate geschwebt hatten, ein Doppeltest feierten. Dank der Aufklärung vorurtheiisloser Staatsmänner wich auch höheren Ortes das gegen die Juden, gehegte Misstrauen, welches sich als ein leeres Wahngebilde erwies. Das Schreckgespenst des Hochverratlies, eine blosse Eingebung des Schuldbewusstseins wegen des an den Juden so oftverübten Treubruches und das Erzeugnis einer eingebildeten Furcht vor ihrer 'Wiedervergeltung, war glücklich verscheucht. Wie wenig aber die Regierung selbst an die Wahrheit dieses Vorwurfes, des sträflichen ״Einverständnisses der Juden mit dem Feinde, glaubte, beweist die Thatsache, dass sie nach erfolgtem Friedensschlüsse es für nöthig erachtete, an die als preussenfreundlich verrufenen Juden eine Warnung ergehen zu lassen, dass sie sieh jeder preussenfeindlichen Aeusserung enthalten mögen. Nebst zwei Anweisungen über die ausser Cours gesetzten ausländischen Münzen wird am 22. April 1746 vom königlichen Kreisamte der gesammten Judenschaft Folgendes ■ publicirt: ,,Es sollte sich niemand unterstehen auszustreuen, als ob der König von Preussen was feindliches wider das Hans Oesterreich vorzunehmen gesinnt wäre, als sonsten solle derjenige als ein Störer der allgemeinen Ruhe angesehen und angehalten; dann wird demselben mit empfindlichster Bestrafung fürgegangen, auch denen Umbständen naefi allerhöchst Ihre königliche Majestät zu noch schärferer Ahndung an gezeugt werden. ־—“ Wahrlich, es hätte uns nicht gewundert, wenn die nicht rechtzeitig gewarnten Juden, um selbst den Schein eines Verdachtes der Untreue von sich abzulenken, zu einem feindseligen Worte gegen die Preussen sich hätten hinreissen lassen, und der in s GegentheiL!ungeschlagene Vorwurf, die Preussenfeindlichkeit nämlich, ein Quell neuer Quälereien für sie geworden ־wäre. Doch man sorgte schon anderweitig dafür, dass die Juden die Ruhe nicht ungetrübt genossen. Kaum verzog sich das

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