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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 316

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Die beiden Systeme der hebräischen Vocal- und Accentzeichen
Date
1894-01-01
Page
Seite 316 (sequence 6)
Language
German
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316 .'Die Systeme der hebräischen Vocal- und Accen♦׳Zeichen. In Palästina, wo einerseits das traditionelle Lesen der heiligen Schrift ra.it grösserer Genauigkeit geübt wurde, und andererseits der Verkehr mit Griechen und Körnern an deutliehe Aussprache der Vocale und Halbvocale gewöhnte, ־wurden a und ä, und die Halbvocale ä, e, Ö durch versclnedene Zeichen von einander gesondert. So wurde das Pathach in 2 Vocale, Pathach und Segol gesondert, und letzteres wurde nicht als Umlaut von a, sondern als Modification des Zere bezeichnet. U und 0 wurden nicht durch einen Strich und Doppelpunkt dargestellt, sondern, um Confusion mit ähnlichen Accentzeichen zu vermeiden, durch das Waw des Textes mit einem Punkte in der Mitte desselben und über demselben; in Abwesenheit des Waw blieb der obere Punkt für Cliolem, während für Schnrek 3 Punkte unter dem Buchstaben das Waw mit dem Punkte vertraten. Es ist jedoch möglich, dass dieses System unabhängig von ersterem, sich aus dem Punkt und Strich entwickelte; nur bliebe bei dieser Annahme die Form des Kamez, wie die Uebereinstlmmung in Chirelc und Zere unerklärlich. Wann und wo ist das babylonische System entstanden? Es hat sich vorwiegend in den Targumim und nächst diesen in den Haphtaroth erhalten. Die oben angeführte Mittheilung bezeichnet den nach Italien gebrachten Targum-Codex als aus dem ״Lande Babylonien“ stammend, und die Vocalisation als die im ״Lande Assyrien“ übliche Der Verfasser dieser Notiz scheint Unbekanntes durch Bekanntes erklären zu wollen; nämlich m e 11 u kk a d V m a? a 1 a h durch ,, b e 11 i k k u d erez aschuru; wenn aber jenes unbekannt war, so konnte dieses, wenn das babylonische Vocalsystem gemeint ist, nicht bekannt sein. Ich vermuthe, dass er kenikkucl erez aschur schrieb, und für die Position aller Vocale über den Buch״ staben in der syrischen Vocalisation eine Parallele findet, im Gegensatz zur arabischen, die die Vocale theils über, theils unter die Buchstaben setzt. Dass hier die Vocalzeichen wirk״ lieh als syrisch bezeichnet werden, ist unwahrscheinlich, da eine Aehnlichkeit in den Formen der Vocalzeichen in den beiden Systemen nicht vorhanden ist. Da wir einen babylonischen und einen palästinensischen Talmud haben, und für Vocale und. Accente babylonische und palästinensische Punktatoren von einander unterscheiden, so hat man auch auf die verschiedenen Systeme der Vocal- und Aecentzeichen dieselbe Bezeichnung angewendet, und das eine System babylonisch, das andere palästinensich genannt;

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