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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Zur Erklärung griechischer Lehnwörter in Talmud und Midrasch
Date
1894-01-01
Page
Seite 307 (sequence 3)
Language
German
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Erklärung griechischer Lehnwörter in Talmud und Midrasch. 307 R. Joch an an ben Sakkai ein Freigelassener, dass er jemals Sklave gewesen sei. Ebenso wenig war Eleasar b. Simon ein Freigelassener, ein Libertinns. Herrn Perles hat bei dieser Erklärung von פדיוני und 1לו&ירין) mehr die Phantasie als seine gewöhnliche philologische und historische Gründlichkeit geleitet. Das Gleiche gilt von seiner Erklärung der Stelle in Pessikta 104b:... למלך... וקבערךטיסיןבנירומילאיחתוןלסוריא, welche Stelle derselbe übersetzt: ,,und er stellte Grenzcohorten auf, damit die römischen Truppentheile nicht nach Syrien hinabgehen“. Denn erstens ist die Mehrzahl von קרטון (Cohorte) nicht קרטיפין, sondern קרטין, vgl. Berachoth f. 32b: woher sollte denn auch das Sameeh kommen? Dagegen ist die Mehrzahl von קרטיפיא (oder כרטיפיא) Karte, Schreiben, ganz regelmässig קרטיסין. Seit wann ferner sind בני רומי die in Rom stehenden Soldaten? Zudem müsste nach Perles5 Er*־ klärung der Satz heissen: er stellte Grenzcohorten auf) ^5 ״) ,שלא יחתון בני דומי לסוריאdamit die . . . nicht nach Syrien hin abgehen“). Und wie stellt sich Herr Perles die Sache vor? Stellte der Kaiser Cohorten auf, damit die in Rom stehenden Truppentheile nicht nach Syrien hinabgehen, so sollten diese Cohorten dort den Zweck haben, die etwa nach Syrien marschirenden Truppentheile zurückzuweisen; daraus wäre ein Krieg zwischen den verschiedenen römischen Heerestheilen entstanden. Konnte ein Kaiser sich dem aussetzen? War es nicht das Einfachste, Schreiben (קרטיפין, rescripta) zu erlassen, und wurde nicht dadurch am wirksamsten der Wille des Kaisers erfüllt? Herr Perles ist, wie man rühmend anerkennen muss, sehr scharfsinnig. Aber dieser Vorzug bewirkt häufig, dass er die naheliegende einfache und richtige Erklärung verwirft und eine weit hergeholte geistreiche aber unrichtige wählt. Aebnlich ist es ihm ergangen mit der Aenderung von דורמסאות (Pesiktaf. 66, 67; Tanchuma, p. 130) in תורמסתות, welches er für turmae (Reiterschaaren) erklärt. Auch hier ist die Grammatik ausser Acht gelassen. Denn die Mehrzahl von תורמא ist תורמיות, und woher soll das Sameeh kommen? Und was helfen Reiterschaaren zur Belagerung einer Stadt? Dazu braucht man Fassvolk; Reiterschaaren sind nur im offenen Felde zur Fouragirung oder za Streifpartien verwendbar. A) "Vgl. 8. Kraus, R. Eleasar h. R. Simeon als römischer Befehls- Uaber oben 8. 151 tV. '20*

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