Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Erklärung griechischer Lehnwörter in Talmud und Midrasch
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 2)
- Language
- German
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306 Erklärung griechischer Lehnwörter in Talmud und Midrasch. sei: נבוכדנצר הוא אמה וכר, denn den. begründenden Vers: ושפל אנשים יקים עליה konnte der Haggadist als allgemeinen Satz benützen, der ebenso auf einen anderen König Anwendung finde; er konnte daher ebenso gut wie den Nebukadnezar auch den Pharao als Zwerg darstellen. Zudem ist es bemerkenswerth, dass Aruch und Jaikut die Lesung פרעה שהיה בימי 0שה haben, und zwar Letzterer an zwei Stellen: I, § 182 und II, § 1062; noch schlagender wird die Vermuthung des Dr. Perles widerlegt durch den Zusatz an letzterer Stelle: ל״א 1ה נבוכדנצד כנסא קמיע׳ פושקא Ebenso hat Herr Perles in der Erklärung der Stelle in Wajjikra r., c. 19, irrthümlich אשתו auf die Gattin Nebukadnezar’s statt auf diejenige Jechonia’s bezogen. Herr Perles wird hier wohl nachträglich seinen Irrthum selber eingesehen haben. Dagegen hat Perles durchaus Recht, meine Erklärung von קטנט־ין (Sch. tob, Ps. 54) zu verwerfen, und das *Wort in קמכטרין zu ändern, und es für commentariensis, Gerichtsdiener, zu erklären, und muss mein Glossarium hiernach berichtigt werden. Auch darin muss man ihm beistimmen, dass בעל ומורה nicht überall dexr Träger der vitis, der Rebgerte, den Centurio, bedeutet; öfters bedeutet es den die virgae führenden Lictor, der auf Befehl des Vorgesetzten die ihm Bezeichneten mit Ruthen zu streichen (virgis caedere) hat. Dagegen irrt Perles, wenn er in Sch. t., Ps. 20, קמנטריסין für Gerichtsdiener hält; dort ist es die Mehrzahl von commentarius und bedeutet: Verteidigungsschriften, wie es denn gleich elogium sowohl für Anklageals Verteidigungsschrift gebraucht wird, im Lateinischen, resp. Griechischen, Avie in der Midraschsprache; die Belege dafür im Glossarium, S, 44 und 194. Die Behauptung, dass ריש בריוני und ארכון ליפתן das Oberhaupt der Libertini bedeute, widerlegt sich schon dadurch, dass keine Spur in der ganzen römischen Litteratur zu finden ist, dass die Libertini, die Freigelassenen, besondere Corporationen mit einem Oberhaupt an der Spitze je gebildet hätten, oder dass sie Trabanten der Kaiser gewesen seien. Oft hatten Freigelassene, namentlich unter schlechten Kaisern, die obersten Hof- und Staatsämter iane. Aber als Rotte von wilden, gewalfcthätigen Haschern kommen sie niemals vor. Die Freigelassenen waren volle römische Bürger. Durch Nichts wird auch bestätigt, dass der Schwestersohn des