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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 303 (sequence 15)
Language
German
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Zur Geschichte der Targa tn im nach talmudischen Quellen. 303 Schlüsse ziehen wollen (Hamburger, Real-Encyclop, s. v. Targ. Onkelos), dabei aber übersehen, dass ein in Palästina, dessen Aramäismus als verdorben galt (Baba Kama 6B: האי תנא ירושלמי הוא דתל לישנא קלילא), arbeitender Autor in einem für die Oeffentlichkeit besäumten Werke wahrscheinlich die reinere Mundart angewendet und den verdorbenen Volksdialekt nicht gebraucht haben wird. In Bezug auf die Halacha hat man speciell dem Onkelos eine Stellungnahme selbst im Punkte der streitigen Halacha aufdrängen und hat behaupten wollen, dass er mit den Rechts- Ansichten des 1P Elieser überall harmoniren und diejenigen des 1F Akiba getreu wiedergeben müsse. Kurz, man hat seine Schrift über s e tz 11 n g zu einer Art Schul chan-Aruch gestempelt, dessen Pflicht und Schuldigkeit bekanntlich eben darin besteht, alle Anordnungen und Deutungen der Rabbinen mit ängstlicher Treue zu verzeichnen. Berliner (Targum Onkelos S. 225) hat auf zwanzig Seiten wahrhaft kleinliche Gesichtspunkte nach dieser Richtung hin zur Geltung zu bringen gesucht. Allein alles das wird mit grösserer oder gelängerer Willkür in das Targum hinein interpretirt; thatsächlieh hat Onkelos der Tradition gegenüber eine unbefangene und gänzlich unabhängige Stellung bewahrt und sogar gegen die sadducäische Schrifterklärung, was doch näher lag, nicht consequent Front gemacht. Die Entscheidung in Fragen der streitigen Halacha war in alter Zeit durchaus nicht an diejenigen Regeln gebunden, welche später als maassgebend galten; als Onkelos sein Targum abfasste, waren die Differenzen zwischen den Schulen Hillel’s und Schammai’s, die erst später unter Gamliel II in־ Jabneli ihre Lösung fanden (Jerus. Sota III, 4: יצאת ואיכן בת קור ההלכה כבית הלל ביבנה יצאת בת קול), noch Jahrzehnte lang unentschieden, und noch das Mischnawerk des R' Jehuda hat sich im Allgemeinen frei davon gehalten, bei divergirenden Anschauungen endgültige Entscheidungen zu fällen (Weiss, Dor Dor we-Dorschaw, II, 183). Ist nun die gegen Ende des zweiten Säculums als halachisches Werk %arz e£0/7jv abgefasste Mischnaordnung kein Codex der Rechtspflege und wendet sie z. B. den Lehrsatz הלכה כר׳ עקיבא מחביריו noch nicht an, so muss es wohl als verfehlt bezeichnet werden, in der im Jahre 80 erschienenen Pen täte uch-Ueb er Setzung des Onkelos Belege für diesen erst viel später fixirten Grundsatz finden zu wollen (siehe Berliner a. a. 0., 245). Der ersten klassischen Periode aramäischer Targumim,

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