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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 304

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 304 (sequence 16)
Language
German
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304 Zur Geschichte der Targumim nach talmudisclien Quellen. welche in die Zeit von 20 bis 80 fällt, folgte eine weitere Epoche des Aufschwunges, die in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts ihren Anfang nahm. 14’ Joch an an sah sich damals veranlasst, die Animosität des B’ Simon b’ Gamliel gegen aramäische Uebersetzungen. wieder in’s Gedächtniss zu rufen (Megilla 9B *׳MTO הלכה) , aber Kab und Samuel (Sabbat 116B) sowie B’Huna und B’ Ohisda (das. 115a) dis״ cutirten über eine mildere Praxis gegen dieselben — alles An- Zeichen dafür, dass die Erstarrung der targumistisehen Schriftwerke zu weichen begann. Dieses Erwachen zu neuem Leben verdanken sie der in schriftlicher Gestalt auftretenden Mischna- Ordnung des R’ Jehuda ha-Nassi, durch welche das gesammte Schriftthum einen so kräftigen Impuls erhalten hat, dass man, wie oben (Abschnitt II) angedeutet ist, gegen die lieber Wucherung auf dem Gebiete der Hai ach a Maassregel 11 zu treffen sich bemüssigt sah. Aller ‘Wahrscheinlichkeit nach hat Bab den Yortrag aus der s chriftlichen Targumroile ohne den hebräischen Text von Neuem zur Einführung gebracht. Der in seinem Namen berichtete Brauch einer Haftara am Sabbat Nachmittag (Sabbat 24a) bestand wohl in einer solchen Vorlesung, womit es übereinstimmt, dass Bab das alte Verbot auf ומן בית המדרש (Sabbat 116B) einschränkte. Diese Bewegung beschränkte sich in Babylonien allen Anzeichen nach darauf, die nie ganz vernachlässigten Schöpfungen der classisehen Periode auf dem Gebiete der targumistisehen Litteratur zu r estituiren; R’ Josef sammelte das Jonathan-Targum, und alle Oitate daraus erfolgen im Talmud in dessen Namen (Zunz, G. V., S. 63). T11 Palästina, wo die Spuren der älteren Periode verwischt waren, entstanden neue Productionen, zu denen vor Allem das Ketubim- Targum und das Targum Jerusch almi gehörten, welches letztere auch die Ketubim in seinen Bereich zog (siehe Zunz, das., S. 66 und f.) und dessen Entstehung durch diese Darstellung erst die rechte Beleuchtung erhält. Stil, Sprachentwickelung und der dem Midrasch sich stark annähernde Inhalt unterscheiden die Werke der zweiten Epoche klar und deutlich von denen der ersten.

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