Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 301

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 301 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829654-2829662-2878355--25631-2878385
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur Geschichte der Targumim nach talmudisclien Quellen. 301 derartig aus dem öffentlichen Gebrauche verdrängt* dass sie nur noch von den Gelehrten in treuer Tradition bewahrt wurden, aus welchem Grunde sie denn auch die Bezeichnung קבלה (Mischna Thaanith 15a) erhielten. Diejenigen Schriften also, welche ohne Targum geblieben waren, bilden die in. hebräischer Sprache erhaltene Gruppe, welche mit vollem Recht den Namen Ketubim oder כתבי קדש, d. h. die in der heiligen Sprache allein geschriebenen Bücher erhalten hat. Der Zufall also, und nicht eine Tendenz, hat die Gruppirung bewirkt. Die Anzahl der Schriften des alten Testaments, welche der Talmud (Baba batra 14B) auf 24 normirt, während Josephus bekanntlich ausser dem Pentateuch 13 Bücher geschichtlichen und 4 erbaulichen Inhaltes, im Ganzen 22 angiebt, war wohl abhängig von der Zahl der Schriftrollen, wie solche, durch den äusserliclien Umfang bedingt, in der Praxis gebräuchlich waren. So rechnete man die Thora immer zu fünf Rollen, obgleich sie im Cultus meist in einer Rolle vereinigt war. Diese Praxis unterlag Schwankungen, wie eine solche für die Megillot nachweisbar ist, welche in alter Zeit nur einen Band gebildet haben. Der babylonische Talmud (Megilla 19a) untersagt nämlich das Verlesen aus Esther, wenn diese Megilla im Baude der Hagiographen enthalten ist כתובה בין הכתובים, wofür der Jemschalmi (das. II, 4) אם היחה כתובה הומשין setzt. Diese Zusammenfassung der fünf Megillot mit zusammen 745 Versen ist aus demselben Grunde zu rechtfertigen, den die Gemara (Baba batra 14B) für das Zusammenlegen der XII Propheten mit 1050 Versen angiebt. Die ersteren sind vermuthlich erst für den Zweck synagogaler Verwendung getrennt worden, und hierauf bezieht sich wohl die Discussion (Jadajirn III, 5) ob Kol 1 eiet oder das Hohelied einzeln die Hände levitisch verunreinigen, was von dem separaten Buche Esther verneint wird (Megilla 7 a אינה םטמאה את הידים); der vereinigte Band, der fünf Megillot hat dagegen diese Wirkung sicherlich ansgeübt. Ohne Einfluss auf die Gestaltung der Schriftrollen werden die Targumim nicht geblieben sein; für die in Gebrauch stehenden Targum rollen dürften z. B. die Bücher Samuel (mit 1506 Versen) und Könige (mit 1534 Versen) zu unhandlich und daher getheilt gewesen sein (auch die Septuaginta bezeichnet sie als vier Bücher). Das würde die Aufzählung des Josephus rechtfertigen, hei welcher Psalmen, Hiob, Sprüche und der Band Megillot zur Serie der Erbauungschriften ge״

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.