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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 299

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 299 (sequence 11)
Language
German
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Zar Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen. 299 Segenssprüche begleiteten die Haftara ebenfalls noch nicht, da noch die Mischna (das. 21a) solche nur für das Vorleser!, aus dem Pentateuch kennt (הפותח והחותם בתורה מברך לפניה ולאחריה). Da nun wichtige Thora-Vorlesungen, wie die des Hohenpriesters am Versöhnungstage (Joma 68B), und die des Königs am Schlüsse des Sabbathjahres (Sota 41B), von einer Haftara nicht begleitet waren, so ergiebt sich für die letztere, dass sie in ihrer ursprünglichen Gestalt ausserhalb der Liturgie stand und zwar nur den Charakter eines Erbauungs- Vortrages an sich trug. Nach Absolvirung der Liturgie er־־ folgte der Vortrag aus dem Targum und erhielt daher die Be- Zeichnung Haftara. Die Haftara bildete den Schluss der gottesdienstlichen Function. Die im Neuen Testament (Lucas IV, 17. Apostelgeschichte Kill, 15) erwähnten Vorlesungen aus den Propheten, welche mit dem Namen Haftara noch nicht bezeichnet werden, erfolgten somit aus schriftlichen Targumim. Für die neue Institution, wie sie durch E’ Simon ben Gamliel geschaffen wurde — Vortrag eines kürzeren Stückes aus dem hebräischen Urtext — behielt man dann die ursprünglicbe Bezeichnung (מפטילין בנביא) bei. Die neue Einrichtung selbst, die Vorlesung eines kürzere]! Textes mit mündlicher wortgetreuer Uebersetzung an Stelle des früheren freien Vortrages in der Landessprache aus einem schriftlichen Targum, scheint geringe Beliebtheit erlangt zu haben, wie aus der etwas dunklen Notiz der Mischna (Megilla 24a) hervorgeht המפטיר בנביא הוא פורם על שמע וכר משום כבוד. Die neue Function erschien also für sich allein nicht eben würdig genug. Den Schlüssel zum rechleu Verständniss für die Einrichtung der Haftara erhalten wir erst jetzt, nachdem ihre ursprüngliche Form ermittelt ist. Sieb es tan d in dem ungebundenen Vortrage aus dem schriftlichen Propheten-Targum des Jonathan, und man wird nicht fehlgreifen, wenn man die ganze Einrichtung mit dem Erscheinen dieses Targums in unmittelbaren Zusammenhang bringt, Vor dem Jahre 20 der gegenwärtigen Zeitrechnung hat es noch keine Haftara gegeben, und in der ursprünglichen Form hat sie sich gegen 130 Jahre erhalten. Ferner erklärt sich durch diese ihre Entstehungsgeschichte die sehr auffallende Erscheinung, dass keine der in den Quellen (Mischna, Tosseffa, jerus. und babyl. Talmud) erwähnten und keine der jetzt noch üblichen Haftaras den Tlagiographeii ent-

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