Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 9)
- Language
- German
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Zuu Geschichte der Targumim nach tahrnidGehen Quollen. 297 begrün <1 eie 11 (Abschnitt IV) und von Onkelos (anno 80) w ei t erg e führ ten (Abschnitt Y.I.) ln Her atu 1־ aramäischer Targumim vor uns. Ihre Beseitigung ist weder darum erfolgt, weil sie in schriftlicher Gestalt Vorlagen und eine Niederschrift als verboten galt, noch darum, weil .Bücher der Ke t uh im als nicht übe rsetz imgsfäh ig angesehen worden sind. Bio Gründe dafür sind vielmehr aus dem erzählten Thatbostand erst zu er־ schliessen. Danach wurde dem IV Gamliel I ein Hiob-Targum vorgelegt, und er befahl ohne Yerzug dessen Beseitigung. Sein Enkel IN Gamliel II dagegen hat das Buch aufmerksam ge״ lesen und erst auf Grund des Einspruches IN Chalafta’s sich zu der gleichen Maassnahme wie sein Grossvater entschlossen. Gr u 11 d s ätz liebe Bedenken können daher von vornherein ni ch t Vorgelegen haben, da sonst IN Gamliel II beim ersten Blick auf das Hiob-Targum erkannt hätte, dass er ein verbotenes Werk in Händen halte. Haben solche Bedenken, aber zur Zeit JF GamlieNs II nicht bestanden, so können sie auch die Yoraussetzung für die Entschliessung des IN Gamliel I kaum gewesen sein. Was W Gamliel I zur Unterdrückung des Hiob-Targams veranlasst haben kann, scheint vielmehr durch das Eingangs erwähnte Yorkommniss mit dem Targum zum Buche Ezechiel hinreichend erklärt werden zu können. Dieser Yorgang hatte nämlich gezeigt, dass solche Arbeiten nicht so 1111 verfanglieh seien. Eben darum sollten sie nach der Meinung des Patriarchen fortan nicht ohne ausdrückliche behördliche Genehmigung iirs Leben treten dürfen, und in der That ist eine solche auch wirklich später von Onkelos nachgesucht worden. Mit vollem liechte hat daher El Gamliel I das ohne seine Zustimmung zu Stande gekommene Hiob-Targum unterdrücken lassen. Für IN Gamliel II waren diese Gesichtspunkte nicht mehr allein Ausschlag gebend. Denn inzwischen war das Pentateuch-Targum des Onkelos mit der Sanc-tion der Amtsvorgänger Ei Gamliels II eingeführt worden und hatte sich bewährt. Eine Abneigung gegen aramäische Targumim bestand nicht mehr, und ein schroffes Yorgehen gegen dieselben war daher nicht am Platze, so lange nicht Inhalt und Tendenz einer sorgfältigen Prüfung unterworfen war. IN Gamliel II widmete darum der ihm vorgelegten Schrift zuvor seine Aufmerksamkeit, ehe auch er sich entschloss, das, allerdings ohne seine Billigung, entstandene Werk zu beseitigen.