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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 295

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 295 (sequence 7)
Language
German
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Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen »Quellen. 295 aas dieser Annahme. Der in diesen Dingen am besten unterrichtete jerusaiemische Talmud giebt die Legende von den Siebzig gar nicht wieder; er kennt die Vorgeschichte ganz genau und findet von dem Thatbestande, dass fünf Gelehrte den Pentateuch in’s Griechische übertragen haben, nur den Umstand für berichtenswerth, dass der Text an mehreren Stellen Abänderungen erfahren hat, ohne dass er der Meinung Ausdruck giebt, die Uebersetzer seien inspirirt gewesen. In Babylonien dagegen, wo man des Griechischen unkundig war, konnte die Sage von den siebzig Uebersetzern Boden fassen, und in gutem Glauben daran schreibt der babylonische Talmud diesen die Textabweichungen zu, deren wunderbare Uebereinstimmung dann als auf übernatürlicher Eingebung beruhend angesehen werden musste. Der Sammler des Tractates Soferim endlich, dem palästinensische und baby- Ionische Quellen zur Verfügung standen, hat Beiden, ohne sich eine Entscheidung zu erlauben, harmlos Aufnahme ge״ währt und damit das Material zur Klärung der Frage herbeigeschaht. VIII. Dass Jonathan ben üssiel seine targumistische Thätigkeit auf die Ketubim nicht ausgedehnt habe, glaubt der b. Talmud (Megilla 3 a) entschuldigen zu müssen. Wenn nun diese Darstellung auch unverkennbar einen haggadischenZug aufweist und vermuthlich aus dem Bestreben hervorgegangen ist, den Hagiographen, welche den Büchern der Propheten im Range nachgestelit worden sind (Tossafoth Eosch ha־Schana 32a), einen höheren Werth beizulegen, so enthält sie doch auch ein ge־ schichtliches Moment. Gegen das Targum Jonathans erwachten Bedenken, die oben (Abschnitt IV) engedeutet worden sind; seine Uebersetzung des Buches Ezechiel hatte Schwierigkeiten hervorgerufen und Misstrauen gegen die Targumim erweckt. So wird wohl das בת קול zu deuten sein, das Jonathan angeblich an der Fortsetzung seines Werkes gehindert hat. Trotzdem sind Targumim dieser Art vorhanden gewesen, und die Tossefta (Sabbath, Cap. 14) berichtet darüber: ״R. Jose erzählt: ״Einst besuchte mein Vater R’ Chalafta den W Garnliel II in Liberias und traf ihn am Tische Jochanans sitzend mit einem Hiob-Targum beschäftigt. Da sagte RJChalafta: ,Ich erinnere mich, dass Dein Grossvater R5 Gamliel I auf der

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