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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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294 Zur Greachichte der Targumim nach talmudischen Quellen. Die Berufung der Zw ei und sieb zig nach Alexandrien da״ gegen, ist gar nicht zu dem Zwecke erfolgt, um eine Ueber״ tragung, für welche ein Bedürfniss nicht mehr vorlag, und wofür ausserdem eine so überaus grosse Anzahl von Kräften durchaus nicht erforderlich war, zu veranstalten. Zu einer solchen Ann ahme z w i n g e n am allerwenigsten die jüdischen Quellen, die hier allein berücksichtigt werden. Die Berufung erfolgte vielmehr nur, umdasgeplanteSynhedrion derSiebzig zu constituiren, für welche im Onias-Tempel, wie wir wissen, (b. Succa 51B und Jeruschalmi das.), prachtvolle Sitze her־ gerichtet waren, und dessen Mitglieder aus der Anzahl der inländischen Juden, namentlich aus dem Staude der dortigen Priester und Leviten, schwerlich zu gewinnen waren. Dabei ist za bemerken, dass man nach biblischem Vorbilde Zweiundsiebzig berief, obgleich nur Siebzig erforderlich waren. Der Zweck der Berufung wurde wegen der Befürchtung eines Misserfolges den Betheiligten selber absichtlich nicht bekannt gegeben (ולא גלה להם על מה הכניסם). Die für das Unternehmen herbeigerufenen Gelehrten mussten sich einer Prüfung (והושיבום בע,׳ב בתים) unterziehen, damit festgestellt werde, ob Jeder von ihnen beider Sprachen mächtig sei. Einzeln, in Gegenwart des Monarchen (נכנם אצל בל אחד ואחד), übersetzte Jeder irgend einen Theil des Pentateuchs in’s Griechische. Diese Arbeiten wurden dann mit dem Hauptwerke, der von den Fünf griechisch abgefassten Thora, verglichen, und es zeigten sich keine Abweichungen, da die Textänderungen wohlweislich von den Zweilindsiebzig berücksichtigt worden waren. Bei diesem Anlass ist also eine Uebersetzung der Thora nicht zu Stande gekommen und die Anrede כתבו לי תורת משה רבכם ist nichts als ein feiner Vorwand, um die ehrwürdigen Männer nicht fühlen zu lassen, dass sie einer Prüfung unterworfen. würden. Vermuthlich haben die Synhedrial-Mitgiieder von Alexandrien sich später an der Ueber tragung der übrigen Bücher der hl. Schrift betheiligt. Bei dem hohen Ansehen, das dieses Synhedrion unter den alexandrinischen Juden genoss, kann es dann nicht Wunder nehmen, dass ihnen auch das Verdienst, die Pentateuch-Uebersetzung geschaffen zu haben, zugeschrieben wurde. So kam es, dass die LXX als die Väter der in Aegypten verbreiteten griechischen Bibel galten. Die Späteren haben ihnen dann auch die Textändexungen im Pentateuch zugeschrieben. Die Berichte der talmudischen Quellen entsprechen durch-

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