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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 293

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 293 (sequence 5)
Language
German
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Zur Geschichte der Targurniru. nach tainiudisehen Quellen. 293 sagenhafte Erzählungen. spaterer Midraschim, deren Anspruch darauf, als geschichtliche Angaben zu gelten, ohnehin gering ist, mussten fallen gelassen werden. AMI. Der babylonische Talmud., welcher die griechische lieber־ Setzung des Akylas nicht, kennt, weiss doch Etwas von der Entstehung der bei den Juden Aegyptens in hohem Ansehen stehenden Septuaginta zu berichten (Megilla 9 a). Im Tractat Soferim (I, 7. 8) wird von einer zweimaligen ITebertragung erzählt. Das eine Mal soll der Pentateuch durch fünf, clas andere Mal durch zweiundsicbzig Gelehrte übersetzt worden sein, Zum Ausgleich dieses Widerspruches in den Quellen, welcher eine befriedigende Lösung noch immer nicht gefunden hat, schlage ich 111 aller Bescheidenheit die nachfolgende Com bin ation vor. Dass die beiden bedeutungsreichsten Ereignisse in der Geschichte der Juden Aegyptens, der Bau des Onias-Tempels zu Alexandrien und die Bibelübersetzung daselbst, eine ge״ wisse Beziehung zu einander haben, darf wohl als allgemein zugestanden angenommen werden. Auf das Mutterland äusserten beide Geschehnisse die gleiche Wirkung. Beiden begegnete man dort mit gemischten Gefühlen, theils mit freudigem Stolz über das Gedeihen der Colonie, theils mit der bangen Sorge, dass sie zur Loslösung und Trennung von der gemeinsamen Heimat führen möchten. Dem Aufbau des Onias-Tempels muss die Uebersetzung der Thora in’s Griechische vor angegangen sein. Die Genossenschaft, welche die fürstliche Gnade für ein eigenes, neu herzurichtendes Gotteshaus in Anspruch nahm, hatte jedenfalls bereits yorher das Lehrbuch ihrer Satzungen vorgelegt. Mit der Aufgabe, es durch ITebertragung den Gebildeten zugänglieh zu machen, wurden fünf Gelehrte betraut. Ihre auf palästinensischem Boden entstandene Arbeit umfassteden Pen tateuch und enthielt die bekannten Abänderungen, die wahrscheinlich nach Uebereinkunft festgestellt worden waren, und von denen auch der Jeruschalm; (Megilla I, 9) zu berichten weiss. Wenn schon wegen dieser Textabweichungen, die den Ausspruch ,שאין התורה יכולה להוזרגם כל צורכי veraniassten, so erfuhr die Uebersetzung namentlich noch deswegen Anfechtung, weil man sie für die Voraussetzung der Erlaubniss zum Tempelbau in Aegypten ans;d1.

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