Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 4)
- Language
- German
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292 Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen. für die Annahme, dass Akylas ein Schüler IG Aldbas gewesen sei, beseitigt. Die Kirchenväter, welche (Irenaus III, 24 und Iiiero־ nymus zu Jesaja 8, 14) A eh n liebes zu berichten wissen, waren über das Verhält niss der Personen in der jüdischen Litteraturgesehichte nicht genügend inforinirt, weshalb ihre Berichte als beweiskräftig nicht angesehen werden können. Diese Unkenntniss verräth Hieronymus (a. a. 0.) auf das Deutlichste, indem er zuerst E’ Akiba als einen Schüler und unmittelbaren Nachfolger Hilieks und Schammars und ihn zugleich in demselben Athemzuge als Lehrer des Akylas bezeichnet. Eine rechtschaffene Kritik darf nicht (wie Graetz, IV, Note 13) die eine Hälfte dieses Satzes als unumstössliche Thatsache hinstellen und die andere verwerfen; sie wird vielmehr ohne Weiteres die ganze Notiz in Bezug auf den hezeichneten Namen als irrthümlich bezeichnen und eine entsprechende Verbesserung vornehmen; im vorliegenden Falle dürfte Gamliel und Simon an Stelle von Akiba und Meir die richtig*׳? Lesart sein. Der Onkelos der Juden ist demnach wie mir scheint, der Ak y 1 a s des n e u e n T e s t a m e 111 s und zugleich der A q ui 1 a der Kirchenväter. Die Sympathien, welche er sich in diesen Kreisen erworben hat, verdankt er nicht einer Parteinahme für das Christenthum. Denn eine solche Parteinahme hat ihm fern gelegen und kann nicht daraus gefolgert werden, dass Akylas an den Vorträgen des Paulus in der Synagoge (Apostelgeschichte 18, 4) keinen Anstoss genommen hat. Zu jener Zeit, in seinen Uranfängen, stand das Chri.stenth1.1m noch nicht in grundsätzlichem Gegensatz zmn Judenthum, und am allerwenigsten äusserte sich dieser Gegensatz im Verkehre der Apostel mit Juden. Als ein Jude aber wird Akylas ausdrücklich bezeichnet (das. V. 2). Auch PC Elieser, der Zeitgenösse des Akylas, hörte sich eine agadische Discussion eines Juden-Christen an (Tossefta Chiülin 2, 24 und babli Ahocla sara 17 a), ohne damit, die Absicht zu bekunden, der neuen Richtung Interesse entgegenzubringen. Akylas ist ohne sein Wollen als Förderer des Christenthums angesehen worden, weil seine griechische Uebersetzung der Heil. Schrift diesem wichtige Dienste in schwieriger Zeit geleistet hat, was wohl nicht näher begründet zu werden braucht. Mit dieser Darstellung von dem Leben und der Wirksamkeit.des Akylas lassen sich die wichtigsten Angaben jüdischer und christlicher Quollen aufrecht erhalten, und mir einige