Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Ein Brief Elijah Levita's an Sebastian Münster
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 13)
- Language
- German
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264 Bin Brief Elijah Levita’s an Sebastian Münster. und theils von mir sei bst verschuldet. Demi cs sind jetzt mehr den dreissig* Jahre her, seitdem ich den (Commentar) verfasst habe1 2), und ich war damals in der Grammatik noch nicht so stark wie heute-). Ich weiss daher, dass ich darin auch mancherlei gesagt habe, was nicht richtig ist3); und ich muss mich nur wundern, dass das Werk drei oder vier Mal, sowohl in Italien als auch in der Türkei4), •■gedruckt worden ist5 *), ohne dass sieh Jemand gefunden hat, der auch nur einen von all’ den Fehlern rt), die darin sind, verbesserte. Ob Du sie verbessert hast, weiss ich .nicht. Darum möchte ich Dir, 0 Herr, den Math ertheilen: wenn Du mit der Drucklegung noch nicht begonnen hast, so lass nicht früher drucken, als bis Du mir die TJebersetzung geschickt, die Du davon gemacht hast; denn ohne Zweifel hast auch Du geirrt; giebt es doch überhaupt keinen Menschen, der nicht Fehler machte7). Ich will dann Alles durchgehen und nach sehen und das Ver- Talmud aber kommt דפוס öfter vor und bedeutet da dasselbe wie טרפום טפום (= xoitoc, typus), nämlich, ,,Form, Figur, Gestalt'־'; daraus■ hat man nach Erfindung der Buclidruckerlairst das Verb דפם ,,drucken“ mit allen seinen Ableitungen gebildet. ג) Diese Zeitangabe ist nicht ganz wörtlich zu nehmen; denn unser Brief ist im Jahre 1531 geschrieben, jener Commentar aber wurde zuerst, wie Levita in dom Endgedichte zu der späteren Ausgabe dieses Commentars (abgedruckt in Dikdukim, Venedig, Bömberg 1546) selbst angiebt, im Jahre 1504 zu Padua, verfasst. 2) Anspielung auf Jos. 14, 11.:. 3) Die Worte lauten im Orginalc: p בי דברתי בו דברים אשר לא• — Interessant ist ein Vergleich dieser Stelle mit der Nachschrift zum Commentar des מהלך שבילי לדעת (siehe oben Anm. 1), wo Levita für die Fehlerhaftigkeit seiner Arbeit eine ganz andere Erklärung giebt. Dort sagt er, das Manuscript seines Commentars sei ihm entwendet, von dem Diebe gefälscht und, mit Exeorpten aus anderen Werken vermischt, herausgegeben worden. So 11a.be man es dann vielfach gedruckt und verbreitet. Er selbst habe sich nicht weiter um den Commentar gekümmert und sei erst jetzt wieder auf ihn aufmerksam gemacht worden. — Jedenfalls ist der in unserem Briefe angegebene Grund einleuchtender und glaubhafter. ]) lieber תגרמה — Türkei vergl. oben S. 260, Anm. 3 gegen Ende 5) Einzelne dieser Ausgaben sind aufgezählt bei Steinschneider (Bibliographisches Handbuch, Leipzig 1859) Seite 74a. G) Vergl. oben S. 263, Anm. 5. 7) Anspielung auf Kobel. 7, 20. — Die ganze Stelle zeigt uns, wie zart und vorsichtig Levita seinen Freund Münster behandelt, wie schonend und nachsichtig er ihn beurtheilt, und wie er ihn nur ja nicht verletzen will Ganz anders zeigt sich Münster ihm gegenüber. Siehe S. 258, Anm. 2 11. unten S. 265, Anm. 5.