Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Ein Brief Elijah Levita's an Sebastian Münster
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 11)
- Language
- German
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262 Ein Brief Elijah Levita’s an *Sebastian Münster. Arabern nabestand1), und verbreitete sich nachher bei allen Juden. — Ausserdem haben die spanischen (Juden) noch eine andere Schreibart, in der sie die meisten ihrer Bücher schreiben,, und auch diese kam ihnen von den Arabern, und diese nennen ־sie Miialäq-Schrift2), d. i. Schrift der Hälfte der Buchstaben. Nachdem die (Juden) aber aus Spanien vertrieben worden waren, kam (diese Schreibart mit ihnen) auch in diese Länder. Ich weiss nicht, ob Du etwas von ihnen gesehen hast; sie setzen nämlich das Jod und das Wäw in das Beth, das Kaph und das Besch hinein, und wer da nicht sehr vertrant ist mit dieser Schreibart, der kann auch nicht ein Wort davon lesen3). Doch zur Sache! Maschqet ist also ein arabischer4) Ausdruck q Dadurch, dass der grösste Tkeil Spaniens lange Zeit den Arabern unterworfen und arabische Sprache und Cultur dort allgemein verbreitet waren. ר 2) Eigentlich arabisch מעלק suspensus, entsprechend der bei den Persern üblichen Schreibart, תעליק genannt. Yergl. Freytag a. a. 0., Pom. III, Seite 211a u. b: Siebe auch Grünbaum a. a. 0., der unser Wort mit dem bei Bocthor s. v, Ec-riture (2. Ausgabe, Seite 284) angeführte ,כט מעלל — ecriture entrelacee erklärt. — Zunz (zur Geschichte, Seite 206) erwähnt• diese Schreibart gar nicht. 3) לקרות steht für לקרוא; die Form ist von der Wurzel קרי abgeleitet, die im Neuhebräisciien. mit קרא eine und dieselbe Bedeutung hat. Yergl. Levy, Neuhebr. WB., Bd. IV־, S. 367 a. q In! Tischbi s. v. משקט sagt Levita über diese Schreibart: קורץ לכתיבה דקה רוצה לומר שאיכה כתיבה מרובעת משקיט וזה ימים רמים שהוגד לי שהוא לשון ערבי פירוש רזה וכחושה ואחר כך נודע לי שאינו לשון ערבי כלל ושאלתי ליהודים רבים לועזים וצרפתים וספרדים ויונים וערביים ובלם קורין לה כן ולא ידעו לפתרו מה הוא ואנחנו האשכנזים קורין לה מעשיים ולא ידענו מה הוא ״ ומצאתי בספרים שקורץ לה כתב עגולMan nennt die kleine Schrift» u. i., die welche nicht Quadratschrift ist, Maschqet. Vor langer Zeit nun wurde mir mitgetheilt, dass (dieses Wort) ein arabischer Ausdruck sei und ״dürr, mager“ bedeute. Später aber wurde mir bekannt, dass es gar nicht arabisch ist; und ich fragte bei vielen Juden an, bei italienisehen, französischen, spanischen, griechischen und arabischen; sie nennen (die Schrift) zwar alle so, aber den Namen können sie doch nicht erklären. Wir Deutschen sagen nun dafür Mesch et, wissen aber auch nicht, was das (Eigentlich) heisst. Uebrigens fand ich in einigen Büchern, dass man sie auch ״runde Schrift“ nennt.“ — Auch über die in unserem Briefe von ihm erwähnte und erklärte Mu'aleq-Sehrift lässt er sich im Tischbi s. v. משקט aus. Er sagt יעוד יש כתב אחר שבא מן הערביים וקורץ לה כתיבה מועלאק ויש קורץ לה כתיבה של חצי אותיות ומשימין היוד והדו בתוף הדלת וחריש גם בתוך הבית וכל האותיות דבוקות זו בזו והיא ״ נהוגה בין הספרדים מאודEs giebt auch noch eine Schreibart, welche ebenfalls von den Arabern stammt; diese nennt man Mivaleq-Schrift: einige nennen sie auch Schrift der Hälfte der Buchstaben. Man setzt da das Jod 11. das Wäw in das Daleth und Rösch und auch in das Beth hinein, und alle Buchstabon sind mit einander zusammenhängend. Sie ist bei den spanischen •(Juden) sehr in Gebrauch.“ Yergl. oben Amu. 2.