Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Ein Brief Elijah Levita's an Sebastian Münster
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 10)
- Language
- German
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Ein Brief Elijah Levita’s au Sebastian Münster. 261 Deon der Name dieser Schreibart ist Maschqe t־Schrift[), und so lesen'* 2 3) ihn auch alle französischen, spanischen4), italienisehen4) und griechischen5) Juden, und er ist arabisch. Yon den Arabern nämlich ist diese Schreibart angenommen worden; sie kam zuerst (bei den Juden) in Spanien auf, das ja den Deutung זה גרמכיא geführt. — In ähnlicher AVei.se hat man wohl auch andere bibliche Namen zur Bezeichnung von Ländern verwendet, z. B. ־ ספרדEa7csp100 ,£׳(; (Westland) für Spanien, חגרמה (einige Codd. תרגמה, LXX. Gooyafj.a) für Türkei (Turk) und auch צרפת vielleicht transponirfc und mit eingeschobenen Nun für Franzä, Erancia. Frankreich.— Vergl. Zunz, Zeitschrift u. s. w., S. 154ff, u. Levy, J., Chaldäische3 WB., s.־ v. .צרפת ג) Nach Zunz, Z. Geseh. a. a. 0., finden sich zur Bezeichnung dieser Schreibart bei den spanischen Juden die Namen משק ,משקא ,משקיט, und daraus entstanden, bei anderen: מיישט ,משיט מיישיט ,משיטא, und מעשים. — Zunz vernmthet, die Ausdrücke seien möglicherweise dem arab. Nes’chi ונסכח verwandt. — Grünbaum (Dr. Max: Jüdisch deutsche Chrestomathie, Leipzig 1882) will es vom arabischen סקט cecidit, decidit ableiten, als Gegensatz zur אשורית der geraden, stehenden Schrift, die auch die ״vollständige*‘ heisse. Es wäre dann zwischen den beiden Schriftarten ein ähnlicher Gegensatz wie zwischen der persischen Cursivschrift, welche die ״gebrochene“ (שכסתה) heisst, und dein arabischen Musiiad (מסנד). — Uns aber scheint es näher zu liegen an den arabischen Stamm משק zu denken: man sagt nämlich משק פי אלכתאסה ©xtendit literas in scriptura (siehe Freytag, Lexicon arabico-latinum, Tom. IV., S. 182b). — ■משכין aber heisst auch pexuit comam, und ebenso wird das arabische משט übersetzt. Es ist vielleicht daher zu erklären, dass die Schreibart auch משט genannt wurde. Siehe auch unten, S 263, Anro. 1. 2) Levita schreibt קודאין für das bibl. קוראים» da im Neuhebräischen die Endungen ים und ין in gleicher Weise für die Masculinform gebraucht werden. Vergl. Weiss, Studien über die Sprache der Misch na, Wien, 3 867 S. 84. 3) ספרדי von ספרד. Letzteres, ein Xsyopsvov der Bibel (Obadjah 1, 20), übersetzt das Targum mit אספמיא, und die Erklärer geben es durch Spanien wieder. Vergl. d. "Wörterbücher; siehe auch oben vor Anm. 1. 4) לועז bedeutet eigentlich ״barbarisch, fremd, nicht hebräisch“. Vergl. Levita im Tischbi s. h. v. בל לשון אינו לשון הקודש בקרא לועז (Jede Sprache, die nicht die heilige ist, wird löes genannt.) Eben dort aber sagt Levita auch, dass wir im Besonderen die italienischen Juden לועדים nennen (ומה שאכחכו ל! ודין היהודים שסאיטליא לועזים סתם). Was dort; als Grund angeführt ist, scheint wenig einleuchtend. — Im Talmud (jerus. Sotah VII, Fol. 21c Zeile 13 und jerus Baba bathra VIII. Fol. 16c Zeile 17 u. sonst) wird ״ לעז/.ca’ für Jie griechische Sprache gebraucht; vielleicht hat man daher die griechisch redenden Bewohner Unteritaliens (Grossgriechenlands), zumal da sie sich einer den Römern fremden Sprache bedienten, ursprünglich לועזים genannt, im Gegensatz zu den Bewohnern Griechenlands, die יונים Messen. Siehe die folgende Anmerkung. 5) יוד von יון vJa>v. Vergl. Levy, Neuhebr. WB,, Bd. II., Seite 229.