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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 6 · p. Seite 260

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 6
Article
Ein Brief Elijah Levita's an Sebastian Münster
Date
1894-01-01
Page
Seite 260 (sequence 9)
Language
German
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'260 Ein Brief Elijah Levita’s an Sebastian Münster. Gedanken sind meine Gedanken 1). Indess kann ich mich (hier) nicht darüber verbreiten. Weiter fragst Du mich, wieso wir die kleine Schrift־) Mesched nennen? — So wisse denn, dass die deutschenh Juden diesen Namen nicht richtig auszusprechen verstehen. "היו אגש־ המסורת ז מהם קבלנו כל הנקרי ,,Und so war es auch bei uns, bevor die Punkte (Vocalzeichen) eingeführt waren, und das ging so fort bis zur Zeit des Talmud-Abschlusses. — Yon da an aber und weiterhin verlor sich (der Gebrauch) der heiligen Sprache immer mehr bis zur Zeit der Massoreten, das sind die Männer von Tiberias. Biese waren• (wieder) grosse Gelehrte und wohlbewandert in der Schrift und sprachgewandter als alle anderen Juden, die in jener Zeit lebten, und auch nach ihnen erstanden nicht ihresgleichen: wie das auch von ihnen der Grammatiker B. Jon all bezeugt mit den Worten: Das harte (dageschielte) und aspirierte Besch (in der Aussprache zu unterscheiden), das verstehen die Männer von Tiberias (vergl. Geiger: Zeitschrift für jiid. Theologie, Bd. V. 1844, S. 273, Anru.), nicht wir: denn jene sind die Sprachgewandtesten unter allen Juden. —־ Ebenso schreibt B. Abhraliam ibn Esra im Zachoth wörtlich: So ist der Brauch bei den Männern von Tiberias, und diese sind die Maßgebendsten, denn aus ihnen sind die Massoreten hervorgegangen, und von ihnen haben wir das ganze Punctations (system).“ — In derselben Einleitung führt Levita auch den Nachweis, dass die Voealzeichen den Weisen des Talmud noch unbekannt waren (לא שהיו להם הנזעמים אשר בידינו היום כ* עדין לא נעשו), dass man nach dem Zusammenhänge und in der mündlich überlieferten Weise gelesen habe. Die Voealzeichen aber seien erst in der nachtalmudischen Zeit, und zwar von den Massoreten erfanden worden. i) Anspielung auf Jes. 55, 8. -) G emeint ist das sogenannte Baschi ־ Cursiv (die rabbinisehe Schrift). Yergl. Zunz, Zur Geschichte und Literatur, Seite 206 und Anm. g. 3) א שככו, nach I. M. 10, 3 ein asiatischer Volksstamm, wird von den Juden des Mittelalters für Deutschland gebraucht. — Levita sagt im Tischbi s. h. v., dass ״alle das Land Alemannia (hehr.) Aschkenas nennen“; er selbst übersetzt das Wortmit Deutschland (טריטש לאנך). Zur Erklärung fügt er hinzu: .ונראה לי כי לקחו זה מתרגום ירושלמי שתרגם גומר ומגע אפריקי וגירמניא ובלשון רומי נקראת ארק אשבנו גירמכיא ברפי על הגימל ובערוך בשורש גרמן פירש לבן ביותר וזהוא האשכנד, Mir scheint, dass man (diese Bezeichnung) aus dem jerusalemischen Targum hergeleitet hat, welches (die Namen) Gomer und Magog mit ״Aphriki und Germania“ wiedergiebt. Im Lateinischen aber heisst Deutschland Germania mit aspirirtem G. Ueberdies erklärt der Aruch die Wurzel גרמן als ״sehr weiss“, und so ist doch der Deutsche.“ — Was zunächst die letzte Bemerkung betrifft, so verwechselt Levita Ursache mit Wirkung. Weil die Deutschen hellfarbig sind, deshalb hat man ans ihrem Namen das Wort für ״hellfarbig“ entlehnt. — Dann aber ist nicht die angeführte Targums teile beweisend, denn אישבנו ist doch der Sohn Gomers und nicht Magogs, sondern viel eher die Stelle iin Talmud (Jomah 10 a) גומר זה גרממי־א Gorner ist Germamja (1. Germania.)“, da nun Aschkenas Gomer’s Sohn ist, so kann er als Bezeichnung für Deutschland allenfalls angewendet werden. — Gomer (גמר), transponirfc zu רמ.% hat wohl zur

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